Der Cousin im Souterrain
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Der nach "Dingerchen und andere bittere Köstlichkeiten" zweite Streich der Dortmunder Autorinnengruppe "Undpunkt".
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Joanne Harris: Blaue Augen
Jetzt bestellen bei amazon.de! B.B. Ist 42 Jahre alt, hat einen bescheidenen Job und wohnt als einziger Überlebender von drei Brüdern bei seiner dominanten Mutter. Sein wahres Leben spielt sich im www ab: Dort ist er Blauauge, der in seinem Blog auf boesebuben@webjournal.com Morde gesteht. Seine virtuellen Freunde bewundern oder verachten ihn, stacheln ihn dazu an, mehr von sich preiszugeben. Und so erzählt er.
Seine einzigen Kontakte in der wirklichen Welt sind Bethan, die das Pink Zebra Café betreibt, und das geheimnisvolle Mädchen im roten Mantel, dem er nachstellt.
Als Blogleserin Albertine beginnt, sich mit ihm ein Duell der Postings zu liefern, legen die Blogeinträge Stück für Stück die Wahrheit ihrer miteinander verknüpften Vergangenheit frei, bis die Ereignisse sich in einer nicht mehr aufzuhaltenden Eigendynamik in Richtung Katastrophe bewegen.

Es ist nahezu unmöglich, dieses Buch zu rezensieren, ohne zu viel zu verraten. Joanne Harris spielt mit falschen Identitäten, falschen Wahrheiten, vertauschten Rollen. Nichts ist so, wie es zu sein scheint. Hinweise sind so versteckt, dass man sie überliest, und sich hinterer wundert, wieso man etwas falsch verstanden hat. Eine Reihe von Nebenfiguren treten auf- alle tragen außer ihren Namen auch noch Farben als Bezeichnung, sie werden von Blauauge mit Blautönen benannt wie Chemischblau, Babyblau, Katholischblau, Elektroblau, was noch mehr dazu beträgt, das Verwirrspiel zu komplizieren. Aufgebaut wie eine russische Matroschkapuppe, gibt es hier Geschichten in den Geschichten in den Geschichten - von synästhetischen Kindern, falschen Verdächtigungen, Mütterehrgeiz, Standesdünkeln, Gewalt und Manipulation, um nur einige zu nennen. Obwohl nur aus Blogeinträgen bestehend und in zeitlich ungeordneter Reihenfolge erzählt, spürt man, dass die Autorin die Mosaiksteine nach ausgeklügelter Planung zusammengesetzt hat, um die Spannung stetig bis zum Höhepunkt steigen zu lassen und stets nur so viel zu verraten, wie der Leser in dem Moment wissen muss. Wer einen Thriller nach herkömmlichen Strickmuster, mit einer ordentlichen Auflösung erwartet, dürfte mit dem Buch nicht warm werden. Für alle diejenigen, die sich gerne auf ein sprachlich ausgefeiltes Spiel mit dem Bösen einlassen möchten, und die sich ein paar Tage aus dem Alltag ausklinken können - denn man legt es nicht mehr aus der Hand - ist dieser Roman wärmstens zu empfehlen.

Joanne Harris: Blaue Augen.
List, März 2011.
496 Seiten, Gebundene Ausgabe, 19,99 Euro.

Susanne Ruitenberg

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