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Ariana Franklin: Der K├Ânig und die Totenleserin
Jetzt bestellen bei amazon.de! Adelia, die Medica aus Salerno, lebt nun schon einige Jahre in England, denn Henry II. mag sie einfach nicht zur├╝ckgehen lassen. Inzwischen hat sie ihrem Bischof Rowley ein Kind geboren, aber der mag nicht zu ihr stehen - uns sie wei├č auch gar nicht, ob es richtig w├Ąre, w├╝rde er f├╝r sie auf die Kirche verzichten. Ein Leben als M├Ątresse will sie aber nicht f├╝hren, sondern dann lieber ganz ohne Liebe existieren. Da ÔÇ×bittetÔÇť der K├Ânig sie erneut um ihre Hilfe: In einer abgebrannten Abtei in Glastonbury wurden zwei Skelette gefunden und das Ger├╝cht macht die Runde, es handele sich um den Sagenk├Ânig Artus und seine K├Ânigin. Henry w├Ąre es recht, wenn Adelia das beweisen k├Ânnte, w├Ąre dann doch sichergestellt, dass der Kriegerk├Ânig endg├╝ltig tot ist und nicht wieder erwachen kann, um den Walisern gegen die Engl├Ąnder beizustehen - wie es die Legende behauptet. Adelia macht sich also auf den Weg nach Glastonbury und stellt dort angekommen zu ihrem Entsetzen fest, dass ihre Freundin Emma, die sich ebenfalls in dieser Richtung auf dem Weg zu ihrem ererbten Gut befand, spurlos verschwunden ist. So hat sie nicht nur einen Fall zu l├Âsen.

Auch der dritte Teil um die aufgeschlossene ├ärztin im mittelalterlichen England ist durchweg spannend. Mit der Legende um Artus und sein Schwert Excalibur bringt die Autorin den richtigen Touch Mysterium in die Geschichte, mit der Bande, die in den W├Ąldern um Glastonbury zeigt sie viel ├╝ber das mittelalterliche Rechtssystem und seine St├Ąrken und Schw├Ąchen. Auch das Thema entt├Ąuschter Vaterstolz und Liebe zwischen M├Ąnnern wird nicht ausgespart. Das scheint viel f├╝r einen einzigen Roman, aber f├╝r mich hat es bei ÔÇ×Der K├Ânig und die TotenleserinÔÇť gut funktioniert, weil sich ein Puzzleteil ins andere f├╝gte. Mit Mansur an Adelias Seite hat die Autorin einen Charakter geschaffen, der es glaubhaft macht, dass die ├ärztin zu einer Zeit Tote untersuchen kann, in der so etwas f├╝r die Menschen noch v├Âllig undenkbar war. Mansur ist geheimnisvoll genug, dass er in den Augen der Umwelt seltsame Dinge unternehmen und herausfinden kann, der direkte Auftrag des K├Ânigs tut sein ├ťbriges.
Das Ende war zwar abzusehen, aber nicht langweilig vorhersehbar. Wirklich ├╝berraschend dagegen war Adelias Entscheidung bez├╝glich Rowley, die ich so nicht erwartet h├Ątte. Ich bin sehr gespannt auf den n├Ąchsten Band, der dann zeigen muss, ob diese Entscheidung sie wirklich gl├╝cklich macht.

Fazit: spannender Mittelalterkrimi, der einiges ├╝ber das Rechtssystem zeigt, dass Henry II. so m├╝hevoll eingef├╝hrt hat.

Ariana Franklin: Der K├Ânig und die Totenleserin.
Droemer, Februar 2011.
432 Seiten, Gebundene Ausgabe, 19,99 Euro.

Regina Lindemann

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