Honigfalter
Honigfalter
Liebesgeschichten ohne Kitsch? Geht das?
Ja - und wie. Lesen Sie unsere Geschichten-
Sammlung "Honigfalter", das meistverkaufte Buch im Schreiblust-Verlag.
mehr ... ] [ Verlagsprogramm ]
 SIE SIND HIER:   HOME » LESELUST » Stadt des Wahnsinns IMPRESSUM
NEWSLETTER
Abonnieren Sie unseren Newsletter.

Jetzt anmelden! ]

UNSERE TOP-SEITEN
1.) Literatur-News-Ticker
2.) Leselust
3.) Forum
4.) Mitmach-Projekt
5.) Schreib-Lust-News 6.) Ausschreibungen 7.) Wettbewerbs-Tipps
Kirsten J. Bishop: Stadt des Wahnsinns
Jetzt bestellen bei amazon.de! Die Welt ist ein d├╝sterer, unwirtlicher Ort. Das gilt f├╝r die Kupferw├╝ste ebenso wie f├╝r den wild wuchernden Urwald an der K├╝ste und die dort befindliche Stadt.

Unsere Erz├Ąhler, der S├Âldner Gwynn und die ├ärztin Raule, kennen sich von der Revolution. Mittlerweile sind die Tr├Ąume von der Befreiung des Landes im Blutstrom der Massaker versiegt, beide werden von den siegreichen Regierungstruppen gejagt. In einer seit Jahrhunderten verlassenen Stadt mitten in der W├╝ste kommt es zum Aufeinandertreffen mit ihren gnadenlosen Verfolgern. Die ├ťbermacht der angreifenden Truppen schlie├čt ein ├ťberleben eigentlich aus, doch aller Wahrscheinlichkeit zum Trotz ├╝berstehen die beiden den Angriff.
In der Flussstadt Ashamoil trennen sich ihre Wege zun├Ąchst. W├Ąhrend die ├ärztin in einem kirchlichen Hospital versucht, das Leiden der Bev├Âlkerung ein wenig zu mildern, macht Gwynn bei einem der R├Ąuberbarone der Stadt Karriere. Im Krieg hat er gelernt, mitleidlos und effektiv zu t├Âten, eine Gabe, die ihm nun sehr zupass kommt. Immer wieder treffen die beiden einstigen Verb├╝ndeten aufeinander. Im Verlauf der Handlung machen wir mit diesen die Bekanntschaft von ganz ungew├Âhnlichen Menschen. Beth, die begnadete K├╝nstlerin, deren Bild einer Sphinx tief in Gwynn eine Saite anspricht, von deren Existenz er nichts wusste, den alternden, trunks├╝chtigen Priester Rev, einst als Wundert├Ąter der Wildnis bekannt, der sich die Seelenrettung Gwynns verschrieben hat oder Elm der Anf├╝hrer der Kavaliere des Hornf├Ąchers, ein gnadenloser und machtgieriger Sklavenh├Ąndler und Waffenschieber. Sie aller verbergen Geheimnisse, sie alle beeinflussen ihre Umgebung und suchen Gwynn zu manipulieren. Und was haben bei alledem die in den letzten Jahren massiv auftretenden Missgeburten zu bedeuten, haben die G├Âtter die Stadt des Wahnsinns verlassen, oder...

Der verlagsseitige Waschzettel preist uns diesen Debutroman als gelungene Mischung von Stephen Kings ┬╗Saga um den Dunklen Turm┬ź und den Werken aus der Feder China Mi├ęvilles an. So vorsichtig ich sonst mit derartigen Vergleichen bin, und seien wir einmal ehrlich, meist sind diese an den Haaren herbeigezogen, l├Ąsst sich eine gewisse ├ähnlichkeit diesmal nicht leugnen. Gerade der erste Teil des in drei B├╝cher unterteilten Textes erinnert in seiner Ausstrahlung und Atmosph├Ąre doch sehr an Kings Sechsteiler. Das w├╝ste, von den Jahren des Krieges zerst├Ârtes Land, in dem nur der brutalste und r├╝cksichtsloseste Gunslinger ├╝berlebt, kann eine gewisse N├Ąhe zu Kings Bestseller-Reihe nicht leugnen. Die Art und Weise, wie uns der Autor seinen Text in den anderen Teilen pr├Ąsentiert, wenn er zum Beispiel schildert, wie der Priester aus und in seinen H├Ąnden lebendige Insekten schafft und wachsen l├Ąsst, oder von einem Mann erz├Ąhlt, aus dessen Bauchnabel eine tief im Innern seines K├Ârpers wurzelnde Pflanze sprie├čt, das erinnert an die ├╝berbordende Phantasie Mi├ęvilles.

Die Handlung selbst springt zwischen dem ersten und dem zweiten Teil unvermittelt ein paar Jahre weiter. Ohne gr├Â├čere Einf├╝hrung pr├Ąsentiert uns Bishop dann mit der vom Monsum gebeutelten Flussstadt Ashamoil eine neue B├╝hne, auf der ihre Akteuere agieren.
Die schw├╝l-hei├če Atmosph├Ąre, die Korruption und das allt├Ągliche Elend der Mittellosen, die grausame, selbstverst├Ąndliche Herrschaft der Verbrechersyndikate und ihrer Barone bewirken eine ganz besondere, fast dekadent und morbid zu nennende Stimmung, die die Handlung annimmt.

Zynisch, so manches Mal surreal anmutend, dann wieder philosophisch angehaucht behandelt die australische Autorin dann auf unaufdringliche Art und Weise die wichtigsten Themen des Lebens.
Es geht um Liebe, um den Tod, die Religion und die Kunst. Gerade in den Dialogen zwischen dem Killer Gwynn und dem versoffenen Priester Rev, die f├╝r mich aufgrund der intelligenten, nie aber sich dem Leser aufzwingenden Weise zu den absoluten Highlights des Bandes z├Ąhlen, schafft sie ein bemerkenswerte Tiefe.
Gepaart mit Charakteren, die nie perfekt, nie einfach gestrickt, sondern immer ambivalent ausfallen, mit der Darstellung von Magie, die aber auch gar nichts mit der so verbreiteten Drachen- und Magierzauberei zu tun hat, bannt sie ihre Leser mit hintergr├╝ndiger Aussage ebenso wie mit rasant und schonungslos realistischen Kampfbeschreibungen f├Ârmlich an die Seiten. Dabei gelingt es ihr, eigene Wege zu beschreiten, den Leser immer tiefer in ihre Schilderung zu ziehen und zu ├╝berraschen.

Kirsten J. Bishop: Stadt des Wahnsinns.
Piper, M├╝nchen, Juni 2007.
400 Seiten, Taschenbuch.

Carsten Kuhr

Wie hat Ihnen diese Rezension gefallen? Schreiben Sie uns!
Name:


E-Mail:


Auf welches Buch beziehen Sie sich?


Text:

ANZEIGEN
Das Buch Stadt des Wahnsinns von Kirsten J. Bishop jetzt bestellen bei:
Jetzt direkt bei amazon.de bestellen! Jetzt direkt bei bol.de bestellen! Jetzt direkt bei buch.de bestellen! Jetzt direkt bei buecher.de bestellen! Jetzt direkt bei libri.de bestellen! Jetzt direkt bei thalia.de bestellen!
 LINKTIPPS: Naturwaren Diese Website wird unterstützt von:

www.mswaltrop.de
Copyright © 2006 - 2022 by Schreiblust-Verlag - Alle Rechte vorbehalten.