Die Kommissarin Franza Oberweiser wird zu einem ungewöhnlichen Tatort gerufen. In einer regnerischen Nacht ist eine junge Frau in einem Ballkleid an einer AutobahnraststĂ€tte zu Tode gekommen. Es gibt Spuren eines potenziellen TĂ€ters und sogar Zeugen, die etwas gesehen haben wollen. Die Schlinge um den TĂ€ter beginnt, sich zu schlieĂen, als Franza eine schreckliche Entdeckung macht. Kann es sein, dass ihr eigener Sohn diese grausame Tat begangen hat? Ein Stofftier im Besitz der Verstorbenen lĂ€sst keine Zweifel und Franza beginnt, sich zu fragen, wo ihr Sohn, von dem sie seit Tagen nichts gehört hat, sich aufhĂ€lt.
Gabi Kreslehner spielt mit einigen interessanten Ăberlegungen in ihrem DebĂŒtroman. Sie zieht eine Kriminalgeschichte auf, die sich mit dem Fragen der Schuld auf der Gegenseite beschĂ€ftigt. Die Kommissarin muss davon ausgehen, dass der TĂ€ter zu ihrer eigenen Familie gehört und sie sogar ihren Anteil am Tod des MĂ€dchens hatte. Dieses Thema verpackt sie in eine angenehme, flĂŒssig zu lesende Sprache, leider auch in zahlreiche NebensĂ€chlichkeiten. Selbst bei nur knapp ĂŒber 300 Seiten finden sich deshalb so manche Szenen, auf die man gut und gerne hĂ€tte verzichten können. Denn auch durch diese Szenen kommt man den unnahbaren Figuren nicht wirklich nahe. Einerseits passen genau diese Figuren zu der ungastlichen AtmosphĂ€re und dem dĂŒsteren Regenguss, andererseits ist es so gut wie unmöglich mitzufĂŒhlen und sich von der Geschichte berĂŒhren zu lassen.
»Das RegenmĂ€dchen« ist deshalb nett fĂŒr Zwischendurch, hat seine Glanzmomente, ĂŒberzeugt aber nicht vollends.
Gabi Kreslehner: Das RegenmÀdchen.
Ullstein Verlag, Dezember 2010.
304 Seiten, Gebundene Ausgabe, 18,00 Euro.