Der Tod aus der Teekiste
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Ian Irvine: Der Spiegel der Erinnerung
Jetzt bestellen bei amazon.de! Australien hat uns schon einige herausragende Autoren beschert. Neben Garth Nix, Matthew Reilly und Sara Douglass hat lan Irvine den Sprung von Down Under ins alte Europa geschafft. Der erste Band seiner Tetralogie bietet Fantasy abseits der Tolkienschen Vorbilder. Seine Welt unterscheidet sich dabei markant von dem sonst so beliebten Abklatsch eines mittelalterlichen Europa oder eines ans kaiserliche China angelehnten Schauplatzes.

Irvine präsentiert uns eine nicht technisierte Welt, die von vier Rassen bewohnt wird. Neben den Menschen tummeln sich Überreste extraterrestrischer Charon, Aachim und Faellem auf dem ländlichen Planeten Aachan. Allerdings fristen die Nichtmenschen ein verfolgtes, unterdrücktes Dasein. Ihre besonderen Gaben sind hier eher Fluch als Segen, verursachen diese doch neben Neid vornehmlich Misstrauen und Angst bei den Menschen.

Irvine berichtet uns von zwei Protagonisten. Llian vom ausgestoßenen Volk der Zain ist Geschichtenerzähler. Nach den langen Jahres des Studiums haben ihn seine Forschungen der alten Aufzeichnungen in der Bibliothek auf die Spur einer Sensation geführt. Kann es wirklich wahr sein, dass der seit Jahrhunderten als Bösewicht schlechthin angesehene Shuthdar gegen Ende seines Lebens eine mitfühlende Seite offenbarte, und ein junges, behindertes Mädchen tanzen ließ? Und warum wird die Chronistin dieser Geschehnisse ermordet?

Seine Geschichte erschüttert nicht nur die Zuhörer, sondern auch den ihm nicht gewogenen Direktor des Kollegiums der Historien. Selbst nach Jahrhunderten birgt die Suche nach der Auflösung des Verbrechens noch politischen Sprengstoff, gefährdet Lebenm, ja die Existenz des Kollegiums. Llian wird verbannt und auf die Fährte einer anderen Außenseiterin gesetzt.

Karan, eine Empfindsame, noch dazu ein Mischling mit dem Blut der Aachim, hat einem der mächtigsten Kriegsfürsten einen magischen Spiegel entwendet. Verfolgt von Whelm, flieht sie ins Gebirge und trifft dort auf Lliam. Doch warum ist der alte Spiegel so wertvoll, dass sämtliche magisch Begabte, Könige und Fürsten gleichermaßen mit allen Mitteln suchen, das Kleinod an sich zu bringen? Und wird es unseren beiden so ungleichen Reisegefährten gelingen, den Whelm zu entkommen?

Zu Beginn der Lektüre hatte ich Mühe in die Handlung zu finden. In alternierenden Kapiteln berichtet uns der Autor von den Erlebnissen seiner beiden unterschiedlichen Protagonisten. Wer allerdings eine Einführung der beiden erwartet, wer hofft, dass ihm die Welt vorgestellt wird, der sieht sich getäuscht. Irvine hält sich nicht lange mit Erklärungen auf. Die lokalen Machtstrukturen, das Leben der unterschiedlichen Rassen erschließt sich dem Leser peu a peu im Verlauf des Romans. Und auch unsere beiden Helden sind nicht eben Durchschnittskost. Hier warten keine charismatischen Führerpersönlichkeiten darauf, ihre Leser an die Hand zu nehmen, hier sind verunsicherte, so manches mal panische Menschen dem Geschehen nur zu oft hilflos ausgeliefert. Das sind Menschen, die leiden, die am Ende ihrer Kräfte sind, die sich überschätzen und die so manches Mal auch scheitern. Nie hatte ich während der Lektüre das sonst so bekannte Gefühl, dass meinem Erzähler nichts Ernstes passieren wird, und tatsächlich stößt beiden genügend Unbill zu. Dies bewirkt, nach einer Eingewöhnungsphase, dass der Text eine innere Überzeugungskraft entfaltet, die gerade bei Fantasy-Romanen selten geworden ist. Nie ist der Fortgang der Handlung vorhersehbar, immer müssen wir mit beiden, einander nicht eben sonderlich zugetanen Protagonisten bibbern und zittern ob der Verfolgung durch die gnadenlosen Whelm und den Gefahren, die ihnen im winterlichen Hochgebirge drohen.

Große, weltbewegende Geheimnisse und Auseinandersetzungen fehlen bislang komplett, Irvine geht es um die Darstellung seiner furchtsamen Menschen, die von den Ereignissen bestimmt werden. Dabei liegt seine größte Errungenschaft meines Erachtens darin, dass es ihm gelungen ist, eine wirklich eigenständige Welt zu entwerfen und mit glaubwürdigen Völkern zu besiedeln. Soweit sich uns die Historie bislang erschließt, bietet die Anlage mit den Menschen als ältestes Volk und drei außerirdischen Kulturen, die auf Aachan gestrandet sind, Konfliktstoff und Geheimnisse genug, um die vier Bände zu füllen. Stilistisch ohne Auffälligkeiten erwartet den Leser ein Roman der leisen Töne, voll von markanten, ambivalenten Gestalten und Rätseln, die Interesse an den Fortsetzungen wecken.

Ian Irvine: Der Spiegel der Erinnerung.
Bastei-Lübbe, Bergisch-Gladbach, Juni 2007.
383 Seiten, Taschenbuch.

Carsten Kuhr

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