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Martin Walser: Muttersohn
Jetzt bestellen bei amazon.de! Mein Gott – auf was für eine Reise hat sich den Martin Walser da begeben? Wir kennen bereits das dritte Kapitel seines neuen Romans „Muttersohn“. Das erschien Anfang 2010 als Novelle „Mein Jenseits“ und ließ viele Fragen offen. Der Roman beantwortet sie nur dürftig.
Der Held des 84-Jährigen, der sich offenbar zunehmend mit Tod und Sterben beschäftigt (kürzlich bekannte er, Sterbehilfe in Anspruch nehmen zu wollen, wenn er krank wäre), heißt Anton Percy Schlugen. Er ist der Muttersohn, aber eigentlich ist er Jesus. – Unbefleckt gezeugt, von einer Jungfrau Josefine (!) geboren, und Walser spielt für ihn den Gott Vater. Das mag blasphemisch klingen, es liest sich nicht immer so, sehr wohl jedoch ausschweifend.
Zwischen Diesseits und Jenseits irrlichtert der Roman, zwischen Leben und Tod, zwischen 1937 und 2008, seine Figuren sind zeitlos, die Geschichte dreht sich um Gott und die Welt. Percy h ist Krankenpfleger und heilt Menschen, die in dem psychiatrischen Landeskrankenhaus, in dem die Geschichte spielt, schon aufs Abstellgleis geschoben worden sind. Er predigt aus dem Stehgreif und versammelt eine Jünger als Motorradgang um sich. Natürlich gibt es unter ihnen auch einen, der ihn verrät. Das schließt sich für Percy wieder der Bogen zur Kindheit, in der die Mutter ihm von Briefen erzählt hat, die sie jahrelang einem Ewald Kainz geschrieben hat. Dieser Ewald ist nun als Suizid-gefährdeter Patient Percys Schützling.
Mit Anspielungen ist Walser nicht zimperlich, man fühlt sich zuweilen auch an Thomas Mann und den Zauberberg erinnert. Große Literatur wird zur Reliquie in diesem Glaubensroman.
Einen Heiligenschrein des Glaubens hat sich Martin Walser aus 505 Seiten gezimmert und sich sein Jenseits aus dem Glauben zusammen gebaut.
Prof. Augustin Feinlein ist Percys Ersatzvater – ein Experte für Glauben. „Wir glauben mehr als wir wissen“, sagt er – das ist auch das zum Credo des Romans.
Walser warmherzige Sprache, seine große Kunst, zu erzählen, seine Figuren zu lieben und liebenswert für die Leser zu machen, prägen auch dieses Alterswerks. Aber man kann auch die Leser verstehen, die das Buch zuklappen und sagen: „Du lieber Himmel“.

Martin Walser: Muttersohn.
Rowohlt, Juli 2011.
512 Seiten, Gebundene Ausgabe, 24,95 Euro.

Julia Gaß

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