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Libba Bray: Gemmas Visionen - Der geheime Zirkel, Band 1
Jetzt bestellen bei amazon.de! Gemma ist sechzehn Jahre alt, als ihre Mutter durch eigene Hand umkommt. Und dies ausgerechnet, nachdem die Beiden eine handfeste Auseinandersetzung hatten. Ist Gemma am Tod ihrer Mutter schuld, nur weil sie zur weiteren Ausbildung nach London will, und nicht länger im schwül-heißen Indien verbleiben will?
Aller Selbstvorwürfe zum Trotz zieht die Familie nach London, und Gemma wird in ein Internat für höhere Töchter gegeben. Dort soll sie die Kunst, ihrem künftigen Gatten Freude und Ehre zu bereiten, erlernen. Anno 1895 gilt Etikette, das unauffällige Einfügen in Gesellschaften und das leichte Geplauder über Kunst und Kultur zum unverzichtbaren Bestandteil der Erziehung jeder Lady. Um so ungewohnter ist dies für den Freigeist Gemma, die in der Indischen Kolonie frei von Zwängen heranwuchs. Jetzt gilt es, sich in die Hackordnung am Internat einzufügen, sich einen Platz und Rang zu erobern, Freundschaften und Bündnisse zu suchen.
Ausgerechnet eine hässliche Stipendiatin ist die erste und lange Zeit einzige der Zöglinge, die sich ihr nähert. Doch dann findet Gemma das Tagebuch einer vor Jahrzehnten im Feuer umgekommenen Insassin des Internats – ein Tagebuch, das von einer Welt jenseits der unsrigen zu berichten weiß, das von magischen Kräften erzählt und einen Hinweis auf den Pfad ins gelobte Land gibt. Doch Achtung, die Magie ist aus gutem Grund von der Erde verbannt, und Gemma allein kann das Tor für gute wie böse Kräfte ohnegleichen öffnen ...

Ich muss zugeben, dass ich vorliegendes Buch mehrmals in die Hand genommen, dann aber ohne es anzufangen wieder beiseite gelegt habe, Der Klappentext las sich ein wenig wie ein mit Mystery angereicherter Hedwig Courts-Mahler. Würde mich das wirklich interessieren, eine junge, heranwachsende Frau des 19. Jahrhunderts, die ihre Ausbildung an einem der gestrengen Internate der Britischen Hauptstadt erhält, die in das starre Korsett des viktorianischen Zeitalters gepresst werden soll und sicherlich voller überquellender Gefühle ihrer ersten Ballsaison entgegenfiebert?
Dem gegenüber das wirklich geschmackvoll, ja gediegen gestaltete Äußere des Buches – Klappbroschur mit Spotlackierung, mehr als 300.000 verkaufte Exemplare im englischsprachigen Raum – kurz und gut, ich gab dem Text eine Chance.

Zunächst entführt uns die Autorin nach Indien. Hier gelang es ihr sehr gut und spannend die überbrodelnde Atmosphäre der indischen Städte einzufangen. Doch dann ging es mitten hinein in eine Welt, die geprägt ist von Etikette, von Benehmen und aus heutiger Sicht verklemmten und längst überholten Ansichten. Von Emanzipation keine Spur, die Frau hat dem englischen Königshaus viele starke Söhne zu schenken, die das Empire immer weiter vergrößeren können.

Hatte ich doch einen Fehler gemacht, sollte ich so enttäuscht werden?

Doch dann, unmerklich zunächst, dann immer deutlicher lehnt sich Gemma gegen ihre gott-, und königgegebene Rolle auf, hinterfragt sie voller Witz und Intelligenz, wenn auch zunächst sehr vorsichtig, ihre Rolle. Mehr noch, sie ist nicht länger braves Mädchen am Herd des Internats, sie zieht es hinaus, in eine Welt, in der sie, auf den Spuren längst vergessener Priesterinnen die Macht ausübt, in der sie Entscheidungen trifft. Gemma muss Verantwortung für sich und ihre Handlungen übernehmen, muss lernen zu unterscheiden was richtig, was falsch ist, muss sich auch entscheiden, ob sie in der angepassten Masse mitschwimmt, oder ihren eigenen Standpunkt vertritt. Hier hat Bray es sehr einfühlsam, gleichzeitig aber auch sehr intensiv verstanden, diesen Prozess des Bewusstwerdens, des Erwachsenwerdens herauszuarbeiten. Die phantastischen Sequenzen wurden unauffällig in das Bild eingefügt, tragen zur Entwicklung Gemmas und ihrer Freundinnen bei, behalten dabei aber jederzeit das Rätselhafte, das Mysteriöse.
Bray legt einen phantastischen Entwicklungsroman vor, der gerade durch seine einfühlsam gezeichneten Charaktere – und neben Gemma gibt es noch einige Zicken, Hausdrachen und Schicksale zu entdecken –, aber auch durch den sich erst behutsam hebenden Schleier um das magische Reich überraschend zu fesseln weiß.


Libba Bray: Gemmas Visionen - Der geheime Zirkel, Band 1.
dtv, München, Mai 2007.
477 Seiten, Taschenbuch.

Carsten Kuhr

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