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Ngugi wa Thiong'o: Herr der Krähen
Jetzt bestellen bei amazon.de! Wie soll man einem fast 1.000 Seiten umfassenden Roman gerecht werden, ohne ebenfalls 1.000 Seiten zu schreiben?
Der Roman „Herr der Krähen“ beschreibt sehr bildhaft, wie der Einwanderer Kamiti in dem fiktiven afrikanischen Land Aburiria zum Herrn der Krähen wird. Zu Beginn hat der zukünftige Herr der Krähen den niedrigsten Status, den man sich denken kann: Er ist obdachlos, mittellos, wird aufgrund seiner Fremdheit wie ein Paria behandelt und kann trotz Hochschulabschluss nur als Bettler sein Leben fristen. Völlig erschöpft und kurz vor seinem Hungertod liegt er auf einem der vielen Müllberge in Eldares Straßen. Auf der Grenze zwischen Leben und Tod verlässt ihn seine Seele, schwingt sich wie ein Vogel zum Himmel hinauf und kehrt schließlich reich an Weisheiten und Fähigkeiten zurück, als sein Körper gerade von drei Müllmännern entsorgt wird. Diese glauben bei der Auferstehung des Toten an Satan und laufen schreiend davon.
Zur gleichen Zeit regiert „der Herrscher“, auch genannt „Seine Allmächtige Vortrefflichkeit“, auf dem Höhepunkt seiner Macht in Aburiria. Er bestimmt die Zeit, die Ordnung, über Leben und Tod mit einer Beiläufigkeit, die gruseln könnte, wäre da nicht der satirische Unterton. Den Gipfel seiner Macht will der Herrscher mit einem gigantischen Bauprojekt „Marching to Heaven“ krönen, für das die Global Bank (New York) Kredite bewilligen soll.
Die Geschichte des Diktators und des Herrn der Krähen wird von zahlreichen Zeugen begleitet, die aufgrund ihrer eigenen Erlebnisse und den daraus gewonnenen Erkenntnissen in das Geschehen eingreifen. Geschickt werden durch die wechselnden Perspektiven die Enden weiterer Erzählstränge verknüpft. Auf diese Weise schafft es Ngugi wa Thiong‘o seinem Roman immer wieder neue Wendungen zu schenken, die teilweise mit ihrer Symbolik und dem mitunter märchenhaften Charakter das Absurde einzelner Begebenheiten weiter erhöht. Beispielhaft wäre die gewaltsame Übernahme des Staatsgefängnisses durch ein Folteropfer nur mit Hilfe eines vollen Fäkalienkübels.
Wenn diese dicht gewebten Geschichten über Politik, Liebe, Aufstieg und Untergang enden, sind die meisten Beteiligten gewaltsam ums Leben gekommen. Zwar hat der Roman „Herr der Krähen“ einen Anfang und ein Ende, verweist jedoch auf neue Aufstiege und drohende Untergänge, so dass ein Kreislauf entsteht, der immer weiter zu gehen scheint und dabei eine bizarre und zugleich makabere Zukunft skizziert. Es ist wie im echten Leben, wenn es praktisch „um die Wurst geht“, ob im arabischen Frühling, in der aktuellen Finanzkrise oder im Hinblick auf das Schicksal vieler afrikanischer Völker, deren Land und Leben von einigen wenigen verkauft wurden.
Ngugi wa Thiong‘o hat vermutlich seine gesammelten Lebenserfahrungen und Weisheiten in diesen Roman gepackt und eine Realsatire mit tiefgründigem Humor geschrieben. Er schreibt unter anderem in seinem Nachwort, er danke seinen kenianischen Weggefährten und John la Rose und Sarah White für ihre aktive Rolle im Kampf in Kenia. Hieraus lassen sich seine möglichen Erfahrungen und Bezüge zu seinem Roman herleiten. Er wurde 1938 in Kenia geboren. Obwohl er in einer Bauernfamilie groß wurde, konnte Ngugi wa Thiong‘o in vielen Ländern studieren. 1982 ging er ins Exil nach London und schließlich in die USA, wo er heute an der University of California in Irvine lehrt.


Selten findet sich eine kurzweilige, vergnügliche, spannende Lektüre mit diesem Umfang, die schließlich mit einem Bedauern weggelegt wird, weil die letzte Seite, die letzte Zeile und das letzte Wort gelesen sind. Der nächste Roman auf dem Bücherstapel hat auf jeden Fall einen schweren Stand.

Ngugi wa Thiong'o: Herr der Krähen.
A 1 Verlag, August 2011.
944 Seiten, Gebundene Ausgabe, 29,90 Euro.

Sabine Bovenkerk-Müller

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