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Edward van de Vendel: Der Glücksfinder
Jetzt bestellen bei amazon.de! Über die Kämpfe in Afghanistan hat vermutlich schon jeder Jugendliche etwas im Fernsehen, im Internet oder vielleicht auch in der Schule gesehen und gehört. Die Kehrseite dieser Kämpfe dagegen ist kaum bekannt.
Die Geschichte des zehnjährigen Hamayun beginnt mit dem Umzug seiner Familie nach Kabul, um den Einflüssen der Taliban aus dem Weg zu gehen. Viel schneller als erwartet haben die Taliban die Macht in Kabul übernommen und die Regeln des täglichen Lebens verändert, denen sich niemand entziehen kann. Hamayun muss sich an den Aufmärschen der Taliban beteiligen, oder er wird zusammen mit anderen Schülern in eine Sportarena getrieben, um drei Erschießungen zu bejubeln. Dann wird er Zeuge, wie sein Vater in ihrem Haus verhaftet wird. Ein Jahr lang verbringt der Vater im Gefängnis und kommt nur mit Hilfe von Bestechungsgeldern heraus. Hamayuns Familie versucht nun wieder ihr normales Leben aufzunehmen, bis die Taliban erneut ihr Haus kontrollieren, verbotene Filme entdecken und ihrer Zerstörungswut freien Lauf lassen. Mit weiteren Bestechungsgeldern verschwinden die Talibankämpfer. Hamayuns Familie, bestehend aus Vater, Mutter, Hamayun und zwei kleineren Geschwistern, kann fliehen. Der älteste Bruder ist bereits geflohen. Der jüngste Bruder, noch ein Säugling, wohnt weit weg von Kabul bei der Großmutter. Über ein halbes Jahr benötigen Hamayun und seine Familie, um in die Niederlande zu kommen. Ständig wechselnde „Knochenträger“ (Fluchthelfer) bringen sie und andere Flüchtlinge von einem Versteck zum nächsten. Ein ausführlich beschriebenes Martyrium und Roadmovie. Kein Wunder, dass die Niederlande - sauber und mit freiem Essen und freier Unterkunft wie ein Paradies wirkt, wäre da nicht der Rechtsruck in der Regierung und den damit verbundenen Ausweisungen zahlreicher Asylanten. Wie sieht ein Leben aus, in dem ein Junge täglich mit der gewaltsamen Ausweisung rechnen muss oder die Schulbildung ins Leere zu gehen droht? Wie hält ein Junge die Angst vor der drohenden Inhaftierung des Vaters nach einer Abschiebung aus?


Die Geschichte von Hamayun alias Anouah Elman kommt sehr frisch, authentisch und überraschenderweise sehr lebensfroh daher, wenn er von seinem Leben, seinen Freunden und Freuden berichtet. Die Schicksale Einzelner sind mitreißend, ohne dramaturgische Übertreibungen und einfühlsam beschrieben.
An einer Stelle wird eindrucksvoll und poetisch zugleich die Flucht in Autos geschildert, die Hamayun und zwei Erwachsenen in einem Kofferraum verbringen: „ ... Den Rest der Zeit denke ich nur an meine Arme, die wehtun. An meine Beine, die eigenartig gegen meinen Bauch gefaltet sind. Und an Luft. Daran, die Erschütterungen des Autos abzufangen. An die lauter gewordenen Straßengeräusche in meinem Ohr. Ans Sterben. Ans Sterben. Ans Sterben.“


Mit kurzen Kapiteln und schnellen Szenenwechseln hat Edward van der Vendel einen spannungsreichen und kurzweiligen Roman aufgebaut und die Geschichte des sympathischen Hamayun zu einem Pageturner gemacht.



Etwa sechs Jahre seines Lebens hat der Co-Autor Anouah Elman in Tagebüchern festgehalten und schließlich daraus ein Theaterstück kreiert, das mit Hilfe seiner Lehrerin und Klassenkameraden aufgeführt worden ist. Über das Internet wurde Edward van der Vendel darauf aufmerksam und für die Situation der Flüchtlinge in den Niederlanden sensibilisiert. Seinen selbst erlebten Prozess der Anteilnahme und der emotionalen Verbundenheit möchte er auch bei den Lesern wecken.
Hamayuns Geschichte über sechs ereignisreiche Lebensjahre ist nicht nur unterhaltsam sondern auch informativ. Wenn alle Behördeninstanzen den Asylantrag abgelehnt haben, der Asylsuchende mit Frau und Kindern das Wohnheim verlassen muss, um in Eigenregie, ggf. mit Sprachbarrieren, ohne Geld und Papiere eine Wohnung und Arbeit zu finden, wird eine Politik offenbart, die Einheimische nie erleben werden. Es sei denn, sie lesen Bücher wie „Der Glücksfinder“.

Edward van de Vendel: Der Glücksfinder.
Carlsen Verlag, August 2011.
464 Seiten, Taschenbuch, 14, 90 Euro.

Sabine Bovenkerk-Müller

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