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Charlotte Roche: Schoßgebete
Jetzt bestellen bei amazon.de! Elizabeth ist Anfang dreißig und lebt in einer sogenannten Patchwork-Familie: Ihr Mann Georg hat einen Sohn aus einer früheren Ehe, und ihre siebenjährige Tochter Liza stammt ebenfalls aus einer vergangenen Beziehung. Elizabeth versucht nach Kräften, so etwas wie eine heile Familienwelt zu leben, möchte eine perfekte Mutter, Geliebte und Ehefrau sein, will alles unter Kontrolle haben und kann nicht loslassen. Nur beim Sex mit ihrem Mann fühlt sie sich frei- während die Tochter in der Schule ist und alle Gardinen zugezogen sind. Ansonsten quälen sie tausend Ängste: Angst vor der Fahrt in Aufzügen, Angst vor dem Autofahren, Angst, dass die Wände ihres Wohnhauses zusammenstürzen und alles unter sich begraben könnten. Schon seit acht Jahren versucht sie ihr inneres Chaos in den Therapiesitzungen bei Frau Drescher, den titelgebenden „Schoßgebeten“ zu klären. Hier kann sie in einem gnadenlosen Seelen-Strip alles rauslassen, vom Hass auf die Mutter über Schuldgefühle bis zu Suizidphantasien....
Gleich im ersten Kapitel wird der Leser Zeuge einer detaillierten Sexszene über 15 Seiten. Am Ende des Romans steht eine weitere- ein Dreier mit einer brasilianischen Prostituierten im Puff. Hier ist viel von oral und anal und Sexspielzeug die Rede, ohne dass beim Leser so etwas wie ein erotisches Prickeln aufkäme. Um Erotik geht es auch nicht in diesem Buch. Das zentrale Thema ist Elizabeths persönliches Trauma: Einen Tag vor ihrer Hochzeit verunglückten ihre drei Brüder auf dem Wege zur Feier tödlich bei einem Autounfall, die Mutter überlebte schwerverletzt. Ist dies die Ursache für ihre Zwanghaftigkeit und ihre Phobien? Hier wäre genug Stoff für eine interessante, hintergründige Familiengeschichte gewesen. Doch darüber erfährt der Leser wenig. Warum bricht sie den Kontakt zu ihrer Mutter ab, nachdem diese aus dem Krankenhaus entlassen wurde? Trotz des tragischen Familienschicksals kommt wenig Sympathie für diese Frau auf. Zu konfus ist ihr Innenleben, zu sehr kreist sie unentwegt um sich selber, zu zäh ziehen sich ihre Gedanken und Phantasien hin. Die Therapie hakt sie pflichtschuldig ab, kommt aber nicht aus ihrem inneren Gefängnis heraus und entwickelt sich nicht weiter. Am Ende steht ein neuer Ego-Trip: sie wünscht sich einen Seitensprung mit einem Freund ihres Mannes. Der Leser bleibt indessen ratlos zurück.
Auch wenn man der Autorin eine gewisse erfrischende Ehrlichkeit zugestehen muss, können einen weder die Handlung noch die Personen wirklich berühren oder fesseln. Man fragt sich, ob es ohne den Bekanntheitsgrad von Charlotte Roche und ihrem Erstlingswerk „Feuchtgebiete“ soviel Aufhebens um diesen Roman gegeben hätte.

Charlotte Roche: Schoßgebete.
Piper, August 2011.
288 Seiten, Taschenbuch, 16,99 Euro.

Susanne Tank

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