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Gruselig geht's in unserer Horror-Geschichten-
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Brent Weeks: Schwarzes Prisma
Jetzt bestellen bei amazon.de! Vor mehr als einem dutzend Jahren wurde der Bruderkrieg um das Schicksal der sieben Satrapien beendet. Der Rebellenanführer wurde getötet, seitdem herrscht dessen älterer Bruder, Gavin Guile als religiöser Führer der Chromateria, der Menschen und Wandler, formell über das Reich.

Als Prisma, als Einziger, der aus allen sieben Farben Magie wirken kann, ohne dass die Nutzung dieser seinen Körper tötet ist er ein Herrscher, der seine Pflichten ungewöhnlich ernst nimmt. Statt, wie die Meisten der Wandler nur immer zu nehmen, die Sklaven und Bauern zu missachten, fragt er immer zuerst, was er für sein Volk tun kann, wie er die Menschen schützen kann. Dabei birgt er ein dunkles Geheimnis, das ihn martert.

Eines Tages erreicht ihn ein Schreiben. Im Krieg soll er einen unehelichen Sohn gezeugt haben. Kip, so der Name des nunmehr 15 Jährigen lebt in der Provinz Tyrea am Rande eines alten Schlachtfeldes. Als der Satrap, der selbst ernannte König von Tyrea Kips Heimat Rekton niederbrennt, jeden Bewohner vom Säugling bis zum Greis hinmetzelt, gelingt es ihm als Einzigen, auch mit Hilfe seines vermeintlichen Vaters, zu überleben.

Gavin nimmt den dicklichen, immer etwas zu vorlauten dabei aber hoch intelligenten Jungen auf. Zusammen mit Karris, einer BiChrome-Wirkerin und Angehörigen der Schwarzen Garde, der Leibwache des Prismas werden sie in den Kampf gegen König von Tyrea verwickelt – eine Auseinandersetzung, die nicht nur die Hafenstadt mit einer neuen Mauer aus gelben Licht versieht, sondern die alle Drei mit den Schrecken ihrer Vergangenheit konfrontiert und droht Geheimnisse aufzudecken, die besser verborgen blieben …



Was ist das für ein Buch, das Brent Weeks seiner gepriesenen „Nightangel“ Trilogie folgen lässt?

Es ist ein Buch, das mich mit seiner erzählerischen Wucht fast erschlagen, mit seinen Ideen gefesselt, und mit seinen Schicksalen gerührt hat!


Schauen wir uns zunächst die drei Hauptpersonen, denen der Autor aber noch eine ganze Handvoll weiterer Charaktere an die Seite gestellt hat, näher an.

Da ist zunächst einmal Kip, der so gar nicht dem üblichen Heldenklischee entspricht. Dicklich ist er, bei den Mädchen hat er keine Chance, seine alleinerziehende Mutter ist drogenabhängig, er selbst wird allenfalls gehänselt, meist zum Opfer seiner Altersgenossen. Und er ist vorlaut – sein Mund ist zumeist schneller als sein Kopf, seine ihm innewohnende Intelligenz sorgt dafür, dass er mit seinen sarkastischen Bemerkungen nur zu oft ins Schwarze trifft – und dafür büssen muss.

Oder das Prisma, ein verantwortungsvoller Herrscher im positiven Sinne, der im Verlauf der Ereignisse immer mehr von seinen inneren Ängsten und Geheimnissen offenbart, bei all seiner Machtfülle aber auch ein Getriebener der Umstände ist.

Und zum Schluss dessen ehemalige Verlobte und jetzige Leibwächterin, die als Kämpferin unerreicht eine Art emotionales Gegengewicht zum Prisma darstellt.

Sie alle, und die Nebenfiguren verbindet Eines. Jeder von ihnen ist fehlbar, entdeckt im Verlauf des Buches alte und neue Abgründe in sich selbst, muss sich, seine Position und Einstellung ständig überdenken.

Allerdings hat der Autor auch einige nicht ganz stimmige Ausführungen in seinem Text. Da wächst Kip im Kampf über sich hinaus, wird zum Berserker, der ohne zu zögern Dutzende, wenn nicht Hunderte von Gegnern umbringt, sie erschlägt, ihnen Gliedmaßen ausreißt, sie erstickt oder zerquetscht, ohne dass ihn seine Taten anscheinend danach in irgendeiner Weise berühren oder belasten. Das passt nicht zu dem sensiblen, linkischen Tollpatsch der geprägt von den erlittenen Schmach und Erniedrigung eigentlich ein mitfühlender Charakter ist.


Verbunden werden diese Gestalten durch ein auch in Details überzeugend und realistisch ausgestaltetes wirtschaftlich-politisches Reich und die Farbenmagie.
Die intriganten, auf Machterhalt eingeschworene und zutiefst egoistisch und egozentrische Klasse der Farbwandler mit ihren Machtspielen, ihrer Borniertheit aber auch ihrem Glauben an die Erlösung durch das Prisma bilden die faszinierende Grundlage, auf der die Handlung erst aufgebaut ist. Erst sukzessive erschließt sich dem Leser die Welt der Reichen und Mächtigen, bleibt auch Vieles bislang nur angedacht ohne im Roman selbst dann weiter verfolgt zu werden.

Noch interessanter dann die komplexe, in sich logisch ausgedachte Ausgestaltung der Magie. Die allermeisten der Wandler sind nur befähigt, aus einer der sieben Spektralfarben Magie in Form von einem dem jeweiligen Licht angepassten Stoff, dem Luxin zu wirken. Jedes Luxin hat andere Eigenschaften, kann oftmals nur in Kombination mit andersfarbenen Luxin wirksam genutzt werden.
Dass ihre Lichtaffinität sie jeweils auch charakterlich beeinflusst – rot für Aggressivität, Blau für kühle Ratio etc. - wird anhand der Gestalten dargestellt, nicht etwa plump beschrieben. Dass die Wandler ausbrennen, dass sie sich nach eine gewissen Anzahl von Anwendungen in unzurechnungsfähige Gestalten, so genannten Farbwichten verwandeln, die auf Alles und Jeden losgehen führt dazu, dass sie zwar geehrt und bewundert, aber auch gefürchtet und letztlich getötet werden.

Die Welt in der Weeks seine Handlung gesetzt hat ist weit von den üblichen archaischen Feudalwelten entfernt. Man hat erste Steinschlossgewehre und Pistolen, Vorderlader und hoch entwickelte Plantagennutzung, gleichzeitig aber noch das alte, an die Wandler angepasste Feudalsystem sowie Sklaverei und eine nicht ganz unangefochtene Ein-Gott Religion.


Mit scheinbar leichter Hand jongliert der Autor seine vielen unterschiedlichen Handlungsstränge, verwebt sie miteinander zu einem faszinierend vielfältigem, gleichzeitig jederzeit spannenden und immer wieder überraschenden Ganzen. Eine erste Schlacht ist geschlagen, eine Niederlage, oder doch ein Triumph eingefahren, Charaktere haben die Seiten gewechselt und, wie bei Weeks üblich, bleibt der Leser vor Spannung zitternd am Schluss zurück. Ganz großes Kopfkino und ein zukünftiger Klassiker des Genres.

Brent Weeks: Schwarzes Prisma.
Blanvalet, September 2011.
800 Seiten, Taschenbuch, 15,00 Euro.

Carsten Kuhr

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