Sexlibris
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Wo ist die Grenze zwischen Pornografie und Erotik? Die 30 scharfen Geschichten in diesem Buch wandeln auf dem schmalen Grat.
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Michael-André Werner: Schwarzfahrer
Jetzt bestellen bei amazon.de! Stefan Kork, seines Zeichens ewiger Student, Lebenskünstler und immer mit „Projekten“ beschäftigt, aus denen nichts wird, muss mal wieder Geld verdienen. Zu diesem Zecke zieht er eine zerschlissene Kunstlederjacke an und setzt sich mit einem liebevoll selbstgebastelten Schild „Krige keine Sohzialhilfe mehr“ in den U-Bahnhof Möckernbrücke und wartet auf Kleingeld. Eigentlich ist seine Orthographie nach neun Semestern Germanistik eine bessere- aber Kork weiß eben, dass dieser „leicht infantile Touch des Unterprivilegierten“ seine Geldschale schneller füllt. Doch an diesem verflixten Mittwoch geht alles schief: Erst schleppt ihn ein Hund die Schale weg, dann wird er von einem Ordnungsmann der Verkehrsbetriebe rausgeschmissen und um seine „Einnahmen“ gebracht. Merkwürdig nur, dass er denselben Mann wenige Tage später vor einem anderen Bahnhof sieht- ebenfalls schnorrend! Natürlich ist Ralf Doberstein weder Kontrolleur noch Beamter, weiß aber, wie man gutgläubige Menschen beeindruckt und ausnimmt. Zu zweit machen sich die beiden nun auf und ziehen, mit gefälschten Ausweisen kontrollierend und kassierend durchs Berliner U-Bahn-Netz. Das klappt solange, bis sie auf Zabel Häuser treffen, der merkt, dass die beiden Kontrolettis nicht echt sind. Zabel ist weitaus gerissener und skrupelloser, hat allerhand Tricks drauf und macht nun den dritten Mann. Kreuz und quer geht’s durch den Untergrund, die Routine wird größer und die Frechheit auch. Doch irgendwann werden die echten „Kollegen“ auf das Trio Infernale aufmerksam...

Eine gelungene Grosstadt- Satire in der Zeit des Sozialabbaus. Mit lakonischem Witz und eher episodenhaft wirft der Autor einen scharfen Blick auf Begebenheiten des Alltags, macht sich über Beamten-Selbstherrlichkeit und Obrigkeitshörigkeit lustig, aber auch über Spießbürger und Heuchler. Die U-Bahn wird quasi zum Spiegel der Stadtgesellschaft in allen ihren Facetten. Wo anders lassen sich so viele verschiedene Leute beobachten? So liegt der Schwerpunkt des Romans auch bei den Begegnungen und Abenteuern in Zügen und auf Bahnsteigen. Liebenswürdig verschroben sind die Charaktere, wenn auch nicht immer positiv gezeichnet- Zabel z.B. erscheint als kleiner Ganove mit zweifelhafter Moral, der nur auf sich selbst bezogen agiert und seine Kumpels auch schon mal übers Ohr haut und als erster abtauscht. Irgendwann ist der Spaß zu Ende, die aufgeschreckten Verkehrsbetriebe führen fälschungssichere Ausweise ein, und der Spaß hat ein Ende. Kurz und schmerzlos trennen sich die Wege der drei „Helden“ wieder.

Ein Buch für lange U-Bahn-Fahrten, bei denen der Leser hoffentlich nicht durch Kontrolleure unterbrochen wird...

Michael-André Werner: Schwarzfahrer.
Aufbau-Taschenbuch, Berlin, Oktober 2003.
208 Seiten, Taschenbuch.

Susanne Tank

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