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Dmitri Bawilski: Das was wir Frühling nennen
Jetzt bestellen bei amazon.de! Junge russische Autoren werden bei uns meist nur wahrgenommen, wenn sie sich wild, genial und exaltiert geben. Dmitri Bawilski, Jahrgang 1969, tut nichts dergleichen. Vielleicht ist dies der Grund, warum sein etwas skurriler, aber sehr poetischer Roman „Das was wir Frühling nennen“ bei uns so gut wie unbekannt ist. In seiner Heimat dagegen ist der Autor bereits bekannt durch Gedichtbände, Erzählungen, Theaterstücke und seine Arbeit als Literaturkritiker.

In diesem Buch nun geht es um Alltag und Kunst, um Liebe und Überschreitung von Konventionen. Lidija Albertowna ist eine Frau mittleren Alters, deren Alltag sich zwischen ihrer Arbeit im Museum und ihrer Familie erschöpft. Ihr Mann Murad, ein bekannter Komponist, ist mit sich selbst beschäftigt, ebenso der pubertierende Sohn, von dem sie nicht weiß, was er eigentlich treibt. In der tristen Stadt Tscherdatschinsk (Vorbild war hier vermutlich Bawilskis Heimatstadt Tscheljabinsk) irgendwo in der Nähe des Ural gibt es wenig Abwechslung. Kalt, karg und langweilig ist das Leben im postsozialistischen Russland. Richtig rund geht es erst, als eine Van-Gogh-Ausstellung in Lidijas Museum gezeigt werden soll. Doch das bleibt nicht das einzige Ereignis, das in ihre kleine Welt einbricht. Durch ihren Sohn lernt sie den charismatischen Danila kennen und verliebt sich in ihn, der wesentlich jünger ist als sie. Zunächst geben die beiden sich einer amour fou hin, die Lidijas festgefahrenes Dasein auf den Kopf stellt. Doch leider entpuppt sich Danila als Ganove und Schwindler, der zwei wertvolle Drucke aus der Ausstellung klaut und auch sonst wenig rühmliche Absichten verfolgt. Lidija flieht am Ende buchstäblich in die Kunst...

Bemerkenswert ist die Poesie, die Bawilski all den Dingen und Szenen einhaucht. Er schafft es, den Leser neugierig auf den russischen Alltag zu machen, bringt unendliche zarte Facetten ins Einheitsgrau dieser fernen Uralstadt, beschreibt sensibel, bildreich und gleichzeitig lakonisch zwischenmenschliche Stimmungslagen und entwirft Figuren, die lebendig und eigenwillig sind. Sein junger Held Danila ist der undurchsichtige, aber charmante Bohemien, der nur im eigenen Interesse handelt und immer einen Touch von Genialität und Dekadenz verbreitet.(Natürlich schreibt er auch Gedichte, und der Gedanke liegt nahe, dass Bawilski hier auch ein bisschen die „jungen, wilden Dichter“ persifliert) Die etwas naive und träumerische Lidija ist ihm nicht gewachsen, ihr bleibt nur der entgültige Rückzug in die Welt der Bilder.

Etwas gewöhnungsbedürftig, aber auch informativ sind die Listen, die der Autor immer wieder in den Text einbaut und die einen manchmal aus dem Lesefluss werfen, da sie nicht unbedingt etwas mit der Handlung zu tun haben. Es handelt sich um Aufzeichnungen zum Leben und Denken im gegenwärtigen Russland. Sie tragen z.B. Titel wie“ Das, was man sammeln kann“. “Das, was heute archaisch wirkt“(Von Amaretto bis Zahnpulver) Hier findet sich auch das titelgebende „Das, was wir Frühling nennen“. Hin und wieder muss man schmunzeln über Details aus einer angeblich fremden Welt...

Dmitri Bawilski: Das was wir Frühling nennen.
Aufbau-Verlag, Berlin, August 2003.
218 Seiten, Hardcover.

Susanne Tank

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