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David Monteagudo: Ende
Jetzt bestellen bei amazon.de! In Spanien zum Bestseller wurde 2009 ein Deb├╝troman, der jetzt endlich auch auf Deutsch vorliegt: "Ende" von David Monteagudo.

Der 1962 geborene Autor, der vor seinem Dasein als Schriftsteller lange in einer Papierfabrik gearbeitet hat, schickt neun Mittvierziger auf ein Wiedersehenswochenende in eine abgelegene H├╝tte in den Bergen. 25 Jahre waren sie in einer Jugendclique vereint. Schon auf den ersten Seiten wird klar, dass diese neun Menschen sich heute nicht mehr nur freundschaftlich zugetan sind. M├╝hsam zugesch├╝ttete Konflikte brechen auf, jeder versucht, von sich sich selbst ein besseres Bild zu vermitteln als es der Wahrheit entspricht. Einer der Ausfl├╝gler engagiert sogar ein Prostituierte, die er als seine Freundin ausgibt, nur um zu vertuschen, dass er homosexuell ist.

Dann f├Ąllt mitten in der Nacht der Strom aus, kein Handy funktioniert, kein Auto springt an. Als auch noch einer der Freunde spurlos verschwindet, beschlie├čt die Gruppe, sich zu Fu├č auf den Weg in Richtung Zivilisation zu machen. Doch wie bei den "zehn kleinen Negerlein" verschwinden im Laufe des Romans immer mehr Freunde und nirgends findet sich eine Spur menschlichen Lebens. Streunende Hunde und noch gr├Â├čere Tiere, die aus einem Zirkus ausgebrochen sind, bedrohen die Gruppe. Die Zur├╝ckgebliebenen verfallen immer mehr in Panik, die gesamte Situation wird immer unwirklicher.

"Ende" ist ein apokalyptischer Roman, der in seiner be├Ąngstigenden Grundthematik an Cormack McCarthys "Die Stra├če" (2007) erinnert. Das Buch lebt von der Spannung. Protagonisten wie Leser haben keine Ahnung, warum die Menschen so pl├Âtzlich verschwunden sind, beziehungsweise im Fall der Gruppe nach und nach verschwinden. Ist es das Ende der Welt oder nur eine lokal begrenzte Anormalit├Ąt? Etwas nervig dagegen wirken auf Dauer die permanenten Auseinandersetzungen untereinander. "Habt Ihr in dieser Situation nichts Besseres zu tun, als Euch ├╝ber Belanglosigkeiten zu streiten?", m├Âchte man ihnen zurufen. Insgesamt dennoch ein interessantes, ungew├Âhnliches und empfehlenswertes Buch.

David Monteagudo: Ende.
Rowohlt, Januar 2012.
353 Seiten, Gebundene Ausgabe, 19,95 Euro.

Andreas Schr÷ter

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