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Tanja Kinkel: Das Spiel der Nachtigall
Jetzt bestellen bei amazon.de! Im Jahre 1192 macht sich irgendwo in Deutschland, das noch gar nicht Deutschland heißt oder ist, ein junger Mann auf den Weg, sein Glück zu finden. Auf den Namen Walter wurde er getauft, von der Vogelweide nennt er sich selbst. Denn eines hat er bereits gelernt - als Herr hat man es einfacher in der Welt. Als Dichter und Sänger will er an die Fürstenhöfe und es gelingt ihm. Aber er bleibt nicht bei dem, was er von den großen Barden gelernt hat. Er dichtet auf seine eigene Weise. Lieder, die nicht von Minne handeln, sondern von durchaus erfüllter Liebe. Und er kann mit seiner Meinung einfach nicht hinter dem Berg halten, singt gegen den Papst und gegen ungerechte Fürsten, Könige und Kaiser.

Lange vor Luther und lange vor Hus und Wyclif hat Walther erkannt, dass der Papst nicht immer christlich handelt und seine Bischöfe schon gar nicht. Und lange vor der ersten protestantischen Schrift dichtet und singt er darüber. Im deutschen Kaiserreich, das in diesen Jahrhunderten nicht nur einmal durch vom Papst gebannte Herrscher regiert wird, hört man seine Worte an manchen Höfen gar nicht ungern und so dringt Walther tief in die Häuser der Herren vor.

Ein Freigeist findet meist den anderen. In Walthers Fall ist das die jüdische Ärztin Ju-dith, die die Welt nicht mit Worten, sondern mit Medizin verändern will. Das aber nicht mit weniger Leidenschaft als Walther. So teilen sie manchen Wegabschnitt.

»Das Spiel der Nachtigall« hat spannende Protagonisten und spielt in einer aufregen-den Zeit. Trotzdem fand ich es zwischenzeitlich immer wieder erstaunlich verlockend, das Buch zur Seite zu legen. Was bedeutet: Der Roman hat Längen. Zum einen liegt das an den komplizierten deutschen Herrscherverhältnissen jener Zeit, denen zu fol-gend bisweilen ermüdend sein kann, obwohl die Autorin sich dankenswerterweise auf so wenige Kirchen- und Weltherrscher beschränkt hat, wie es eben noch möglich war, ohne die Geschichte zu verfälschen. Zum anderen ist das Thema »jüdische Ärzte sind die besseren, aber niemand würde das zugeben« wirklich inzwischen ausgereizt. Ich verstehe die Motivation, Walther als Papstkritiker eine Protagonistin zur Seite zu stellen, die nicht noch mit ihrer eigenen Christlichkeit hadern muss, und außerdem eine Möglichkeit zu finden, eine Frau in Salerno studieren zu lassen, aber das ändert nichts an dem hohen Wiedererkennungswert des Themas.

Sehr gelungen fand ich die Teile, in denen über Salerno erzählt wird, über die alten medizinischen Schriften jener Schule, die auf dem Wissen aller drei Buchreligionen basiert, was im Hochmittelalter weltweit einzigartig war und einen erstaunlichen Reichtum an Wissen offenbart, wenn man sich damit beschäftigt - was die Autorin ganz offensichtlich sehr gut getan hat. Diese Teile haben immer wieder Spaß gemacht. Schön fand ich auch, dass sich ein Roman mit der interessanten Figur »Walther von der Vogelweide« beschäftigt - eigentlich ein Wunder, dass sich noch kein Autor dem angenommen hat.

Fazit: Trotz der beschriebenen Schwäche ein toller Roman, das darauf Einlassen lohnt sich insgesamt durchaus.

Tanja Kinkel: Das Spiel der Nachtigall.
Droemer, November 2011.
928 Seiten, Gebundene Ausgabe, 24,99 Euro.

Regina Lindemann

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