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Glen Duncan: Der letzte Werwolf
Jetzt bestellen bei amazon.de! B├╝cher, die einem vor Begeisterung sinnbildlich die Schuhe ausziehen, sind selten. Glen Duncans "Der letzte Werwolf" ist eine solche Stecknadel im Heuhaufen.

Der 1965 geborenen Engl├Ąnder vermischt in diesem Werk die Zutaten des guten alten englischen Schauerromans mit einer geh├Ârigen Portion Philosophie, einer Prise Humor und ganz viel Intelligenz. Nebenher ist das Ganze auch noch wild, erotisch und ungemein spannend - Jake ist ├╝ber 200 Jahre alt und der letzte lebende Werwolf auf Erden. Ihn kann nichts mehr ├╝berraschen, und er ist es Leid, von einem Vollmond zum n├Ąchsten dahinzuvegetieren. Ihn reuen die vielen Opfer, die seine Daseinsform ├╝ber die Jahrhunderte hinweg gefordert hat. Besonders ├╝ber den Tod eines ganz bestimmten Menschen, der ihm sehr nahe stand, kommt er nicht hinweg, obwohl der Vorfall bereits ├╝ber 160 Jahre zur├╝ck liegt.

Und so beschlie├čt er, sich bei der n├Ąchsten Verwandlung von den Werwolf-J├Ągern, die sich unter dem Namen Wokop organisiert haben, t├Âten zu lassen. Nat├╝rlich kommt alles ganz anders - auch weil es pl├Âtzlich einen sehr guten Grund gibt, doch noch ein wenig weiterzuleben ...

Obwohl die Titelfigur eine Bestie von Ausma├čen ist, wie sie sonst in der Thriller-Literatur vielleicht nur noch Dr. Hannibal Lecter erreicht, schl├Ągt sich der Leser sofort auf seine Seite und hofft, dass Jake seinen H├Ąschern entkommt, auch wenn das mit der unvermeidlichen Tatsache einhergeht, dass er eben Monat f├╝r Monat "fressen" muss.

Im Horrorliteratur-Genre, das derzeit von den oft uns├Ąglichen Werken des neuen Subgenres "Romantasy" ├╝berschwemmt wird - B├╝chern also, die den traditionellen Liebes-Kitschroman mit der Fantasy vermengen - sind Romane wie "Der letzte Werwolf" eine ├Ąu├čerst wohltuende Ausnahme. Weil sie eher aus der Tradition von Klassikern wie "Dracula" und "Frankenstein" entstammen. Und wer die mag, wird auch von "Der letzte Werwolf" begeistert sein.

├ťbrigens: Glen Duncan hat unter dem Titel "Talulla Rising" bereits eine Fortsetzung geschrieben. Die englische Originalversion erscheint im Juni - hoffentlich bald auch auf Deutsch.

Glen Duncan: Der letzte Werwolf.
S. Fischer, M├Ąrz 2012.
416 Seiten, Gebundene Ausgabe, 19,99 Euro.

Andreas Schr÷ter

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