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Die Fantasy haben wir in dieser von Alisha Bionda und Michael Borlik herausgegebenen Anthologie beim Wort genommen. Vor allem fantasievoll sind die Geschichten.
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Sten Nadolny: Weitlings Sommerfrische
Jetzt bestellen bei amazon.de! Sten Nadolnys neuem Roman "Weitlings Sommerfrische" liegt eine wunderbare Idee zugrunde: Was wäre, wenn wir in der Zeit noch einmal 50 Jahre zurück gehen und uns in den Kopf unseres jüngeren Selbst versetzen könnten? Genau das passiert dem pensionierten Richter Wilhelm Weitling, als er während eines Unwetters auf dem Chiemsee segelt. Der 68-Jährige findet sich als Geist in dem 18-jährigen Willi wieder, kann sich diesem aber nicht mitteilen.

Fortan wundert sich Wilhelm über vieles, was Willi so tut und lässt - wie ungeschickt er zum Beispiel ein Mädchen anspricht, das ihm gefällt, dass er in der Schule eine Art Totalverweigerung an den Tag legt oder dass er sich nicht stärker gegen politische und gesellschaftlichen Meinungen zur Wehr setzt, die den 50er-Jahren noch Konjunktur hatten - wie den immer noch existenten und kaum verhohlenen Antisemitismus oder die Bewunderung für Hitler bei einigen Unverbesserlichen. Zu Weitlings Entsetzen läuft jedoch das Leben des 18-Jährigen nicht genauso ab, wie er es in Erinnerung hat. Wird er jemals seine geliebte Frau Astrid wiedersehen?

"Weitlings Sommerfrische" ist eine gelungene Mischung aus amüsanter Unterhaltung und tiefergehenden philisophischen Fragestellungen, wie: Können wir eigentlich unseren eigenen Erinnerungen trauen? Wäre, bei nur geringfügigen Änderungen, auch ein gänzlich anderer Lebenslauf möglich gewesen? Auch die Frage, ob Gott existiert, taucht an vielen Stellen auf. Möglicherweise ist der Roman insgesamt einen winzigen Tick zu betulich. Der ältere Weitling dürfte ruhig ein bisschen verzweifelter wegen seines Geist-Zustands sein. Auch die Gefühlsaufwallungen eines 18-Jährigen fehlen weitgehend. Ohne das plätschert der Roman zwar unterhaltsam, aber etwas unspannend vor sich hin. Dennoch empfehlenswert.

Sten Nadolny, geboren 1942, ist durch seinen zweiten Roman "Die Entdeckung der Langsamkeit" (1983) bekannt geworden. Auch "Selim oder die Gabe der Rede" (1990) fand große Beachtung. In "Weitlings Sommerfrische" hat er einige Details aus seiner eigenen Biographie verarbeitet: Wie Nadolny hat eine Weitling-Parallelexistenz des Richters Geschichte und Politikwissenschaft studiert, er ist Autor wie sein Pendant im richtigen Leben, und die Eltern beider waren ebenfalls Autoren.

Sten Nadolny: Weitlings Sommerfrische.
Piper, Mai 2012.
224 Seiten, Gebundene Ausgabe, 16,99 Euro.

Andreas Schröter

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