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Die Fantasy haben wir in dieser von Alisha Bionda und Michael Borlik herausgegebenen Anthologie beim Wort genommen. Vor allem fantasievoll sind die Geschichten.
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Cormac McCarthy: Die Stra├če
Jetzt bestellen bei amazon.de! Auf den ersten 100 Seiten des Buches dachte ich mehrfach daran, das Buch wieder wegzulegen. Es w├Ąre nicht das erste Mal gewesen, dass ich ein durch den Pulitzerpreis gekr├Ântes Buch fr├╝hzeitig weggelegt h├Ątte. Zum Gl├╝ck habe ich es nicht getan, denn ÔÇ×Die Stra├čeÔÇť von Cormac McCarthy kommt auf den verbleibenden 150 Seiten richtig in Schwung und garniert ein au├čergew├Âhnliches Leseerlebnis mit einem sensationellen Schluss.

Die Geschichte handelt von einem namenlosen Mann und seinem Sohn auf der Suche nach dem Meer. Sie wandeln durch eine zerst├Ârte, apokalyptische Welt, in der nicht einmal mehr die Sonne zu sehen ist, daf├╝r aber Asche durch die Luft fliegt. Ganz offensichtlich wandeln die beiden durch die Erde nach einem atomaren Schlag, auch wenn McCarthy nie auf die Gr├╝nde der Apokalypse eingeht. Der Sohn des Mannes hat keine Vorstellung davon, die die Welt fr├╝her war. Das l├Ąsst die Einsch├Ątzung zu, dass der atomare Schlag mindestens 10 Jahre her sein muss.

Der Mann unterteilt die verbliebenen Menschen in die Guten und die B├Âsen. Oberstes Lebensziel ist es, den eigenen Sohn vor allem B├Âsen zu bewahren. Immer wieder treffen die beiden auf der Suche nach dem Meer und Lebensmitteln auf Menschen, denen sie ├Ąu├čerst misstrauisch begegnen. Tats├Ąchlich sind einige davon zu Kannibalen geworden, die ├╝berlebende Menschen zum Verzehr einsperren, regelrecht lagern. Scheinbar normale Menschen werden zu Bestien, wie der entsetzliche Fund eines verkohlten Kinderstumpfes zeigt, der offensichtlich einer schwangeren Frau entnommen sein musste, der man kurz zuvor noch begegnete. Das Grauen eines nicht mehr bestehenden Alltages nimmt Formen an und die Hoffnung auf ein besseres Leben am Meer r├╝ckt in den Vordergrund. Jeder kennt das Gef├╝hl, nach langer Zeit wieder einmal ans Meer zu kommen und die Erwartungen, die in diesen Moment gelegt werden. Umso herber die Entt├Ąuschung, wenn dieses Meer nicht mehr blau ist, sondern schwarz und dunkel. Keine Hoffnung. D├╝ster ist die ganze Geschichte, l├Ąsst aber keine deprimierte Stimmung zur├╝ck, sondern bleibt in den Grundz├╝gen optimistisch. Auf den letzten Seiten wird das Buch sehr ergreifend und selbst hartgesottene Leser sollten einige Taschent├╝cher bereitlegen.

Ein faszinierendes und sehr lesenswertes Buch, wenn auch mit einigen L├Ąngen am Anfang.

Cormac McCarthy: Die Stra├če.
Rowohlt, M├Ąrz 2007.
252 Seiten, Taschenbuch.

Ralf Seybold

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