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Andreas Eschbach: Hide Out, gelesen von Stefan Kaminski
Jetzt bestellen bei amazon.de! Von Andreas Eschbach ist man es inzwischen fast gewohnt, dass er Gedanken konsequent zu Ende denkt und anschließend daraus ein Buch macht. Gerade das macht den oft so erschreckenden Teil seiner Romane aus: dass wir eben nur noch einen winzigen Schritt davon entfernt zu sein scheinen.

Hide out ist der zweite Teil einer Jugendbuch-Trilogie, für die mir der Begriff »Dystopie« zu stark erscheint. Denn es ist weder eine zerstörte Welt, in der die Geschichte spielt, noch handelt es sich einfach um böse Menschen, die die Welt an den Abgrund gebracht haben. Es ist die Allgegenwärtigkeit, die hier das Böse darstellt. Wir alle erinnern uns an die letzten Diskussionen und Skandale über Datenklau und Shitstorms und dass man sich schützen müsste im Internet. Das Internet ist aber immer noch ein Medium, bei dem wir zumindest im Groben selbst bestimmen, was wir dort hineinstellen und woran wir teilhaben möchten und woran nicht, und wenn wir uns ein bisschen Mühe geben, können wir sogar herausfinden, was uns das an Informationspreisgabe kosten wird.

Die berühmteste aller Eschbach-Fragen beginnt immer mit »Was wäre wenn ...« und geht hier weiter mit »... wir diese Möglichkeit nicht mehr hätten«. Wenn das Netz direkt mit uns selbst vernetzt ist, wenn es mehr Geheimnisse kennt als der beste Freund und die Ehefrau, weil wir nicht AM Netz sind, sondern IM Netz und ein Teil davon? Was wäre, wenn wir durch zwangsweises Implementieren eines Chips dazu gezwungen würden, ein Teil dieser Gemeinschaft zu werden?

In diesem Fall ist es die »Kohärenz«, ein ursprünglich von Menschen selbst geschaffenes System, das wohl einmal das Ziel hatte, direkter mit dem Internet kommunizieren zu können, sozusagen on-line ohne Line zu sein. Aber wie beim Zauberlehrling ist die Sache auch hier ein wenig außer Kontrolle geraten. Nicht der Mensch kontrolliert die Kommunikation, sondern die Kohärenz kontrolliert den Menschen und benutzt jeden bereits assimilierten Menschen dazu, weitere zu assimilieren. Widerstand ist zwecklos. Aber natürlich gibt es Widerstand, in Form einer Gruppe, die seit dem ersten Band der Trilogie ständig auf der Flucht ist. Ihre große Hoffnung ist der jugendliche Nerd Christopher, denn ihm ist es bereits durch einen defekten Chip gelungen, sich der Kohärenz zu entziehen. Und er hat genug Erfahrung als Hacker, um eine Chance zu haben, die Kohärenz zu verstehen und zu schlagen.

Hide Out ist der Zweite von drei Bänden und leider krankt auch er ein wenig an den bekannten Problemen von Mittelbüchern. Die eigentliche Geschichte ist umrissen im ersten Band, die Katastrophe ist bekannt und die Auflösung darf nicht vor dem dritten Band erfolgen. Gleichzeitig muss der Autor aber die Geschichte so weit voranbringen, dass der dritte Band auch wirklich die Auflösung bringen kann, der zweite Band dient sozusagen als Spurenleger, jede Menge Stränge sind zu führen, die noch nicht zu-sammengebracht werden dürfen. Andreas Eschbach ist ein Profi und so ist es ihm trotzdem gelungen, ein spannendes, gut geschriebenes Buch vorzulegen, dass so manche Erkenntnisse bringt und nie flach wird. Genial fand ich den Gedanken, dem Nerd einen Indianer an die Seite zu stellen. Natur und Technik - Yin und Yang - ergän-zen sich im Verlauf der Geschichte hervorragend. Natürlich gibt es eine verzwickte Liebesgeschichte, die mit all den Gefühlen durchlebt wird, wie sie nur Teenager aufbringen können. Aber der Autor hat weit mehr zu bieten als nur Klischees, er denkt immer diesen einen Schritt weiter, er findet immer diesen einen Zusammenhang, der seine Geschichten so besonders macht. Eschbach schreibt niemals schwarz/weiß, so gibt es auch einige Absätze darüber, ob die Kohärenz nicht genau das sein könnte, was die Menschheit als Fortschritt immer wollte.

Sehr gespannt bin ich auf den letzten Teil und die Auflösung. Wenn denn die Kohärenz besiegt werden kann (und wie?), was wird dann mit all den Menschen geschehen, die plötzlich wieder alleine denken müssen. Werden sie sich plötzlich vereinsamt fühlen wie U von Borg oder werden sie froh sein, wieder frei zu sein? Eines ist jedenfalls sicher: Andreas Eschbach wird noch einen Schritt weiter denken, als ich es mir auch nur vorzustellen vermag.

Vorgetragen wird das Hörbuch von einem Stefan Kaminski in Hochform. Problemlos meistert er das Wispern und Brüllen der Kohärenz, die Wiedergabe von Stimmen, die nicht mehr alleine sind. Aber am beeindruckendsten fand ich persönlich seine Interpretation von John Two Eagles. Ich schwöre, man hört in den wenigen Momenten, wo der Indianer etwas sagt, die stoische Ruhe und Gelassenheit eines Menschen mit sehr langer Lebenserfahrung heraus, der mit sich und der Natur im Reinen ist.

Fazit: Wissen sollte man, dass es sich um eine Jugendbuchreihe handelt, die aber auch für Erwachsene interessant ist. Besser mit dem ersten Band beginnen, aber eine sehr gelungene Geschichte über eine mögliche schöne neue Welt.

Andreas Eschbach: Hide Out, gelesen von Stefan Kaminski.
Arena, November 2011.
6 CDs, 19,99 Euro.

Regina Lindemann

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