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Edward St. Aubyn: Schlechte Neuigkeiten
Jetzt bestellen bei amazon.de! Das Leben ist schrecklich. Das gilt zumindest fĂŒr Patrick Melrose, den Helden der Melrose-Trilogie von Edward St. Aubyn, deren zweiter Teil "Schlechte Neuigkeiten" jetzt auch auf Deutsch vorliegt.

Im ersten Teil "Schöne VerhĂ€ltnisse" wurde der achtjĂ€hrige Patrick von seinem sadistischen Vater gedemĂŒtigt, geschlagen und sogar vergewaltigt. Mittlerweile ist Patrick ein junger Mann von 22 Jahren und schwerst drogenabhĂ€ngig.

Als er erfĂ€hrt, dass sein Vater gestorben ist, macht sich Patrick auf den Weg nach New York, um die Leiche zu ĂŒberfĂŒhren. Er empfindet dabei keineswegs Trauer - im Gegenteil, als er die Leiche sieht, heißt es: "Er [Patrick] verspĂŒrte dabei ein unbĂ€ndiges Verlangen, die Lippe seines Vaters mit beiden HĂ€nden zu packen und sie, entlang der Wunde, die die ZĂ€hne schon hinterlassen hatten, wie ein Blatt Papier zu zerreißen." Und spĂ€ter, als er mit der Schachtel unterwegs ist, in der sich die Asche befindet: "Als er die Einundsechzigste Straße erreichte, wurde Patrick klar, dass er das erste Mal in seinem leben lĂ€nger als zehn Minuten mit seinem Vater allein war, ohne vergewaltigt, geschlagen oder beleidigt worden zu sein."

In den zwei Tagen, deren Ereignisse das Buch erzĂ€hlt, gibt Patrick tausende von Dollar aus und gleitet von einem Drogentrip in den nĂ€chsten. Einen Großteil seiner Zeit verbringt er in den Kabinen öffentlicher Toiletten, um seine kaputten Venen mit dem nĂ€chsten Schuss zu maltrĂ€tieren.

Wer beim BĂŒcher lesen irgendeine Art von Hoffnungsschimmer erwartet, der sollte die Finger von der Melrose-Trilogie lassen, wer jedoch auf brillant formulierte SĂ€tze oder beißende Gesellschaftskritik (in diesem Fall an stinkreichen englischen Snobs) steht, fĂŒr den sind die BĂŒcher von Edward St. Aubyn genau das Richtige. Der 1960 geborene Autor hat einmal auf die Frage, was von dem, worĂŒber er schreibt, er selbst erlebt habe, geantwortet: "Alles". Somit dĂŒrfte die Melrose-Trilogie auch eine Art Selbsttherapie fĂŒr den Autor sein.

"Schlechte Neuigkeiten" erschien im Original bereits 1992 unter dem Titel "Bad News". Wie schon in Band 1 beinhaltet das Buch das genaue Gegenteil der Titelaussage. In "Schöne VerhĂ€ltnisse" sind die VerhĂ€ltnisse alles andere als schön, wĂ€hrend in "Schlechte Neuigkeiten" die Neuigkeiten vom Tod seines ĂŒber alles gehassten Vaters fĂŒr Patrick so schlecht nicht sind.

Edward St. Aubyn: Schlechte Neuigkeiten.
Dumont, August 2007.
223 Seiten, Hardcover, 17,90 Euro.

Andreas Schröter

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