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Die Fantasy haben wir in dieser von Alisha Bionda und Michael Borlik herausgegebenen Anthologie beim Wort genommen. Vor allem fantasievoll sind die Geschichten.
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Elisabeth Zöller: Vaters Befehl oder Ein deutsches MÀdel
Jetzt bestellen bei amazon.de! Das Jugendbuch erzĂ€hlt die Geschichte des MĂ€dchens Paula aus MĂŒnster, das in den vierziger Jahren des vergangenen Jahrhunderts in deiner nationalsozialistischen Familie aufwĂ€chst.
Trotz des Krieges im Jahr 1941 ist Paulas Welt noch heil:
Zu Beginn steht das glĂŒckliche Familienleben von Paula, die von ihren Eltern geliebt und umsorgt wird. Sie ist verliebt in den Hitlerjungen Werner und hat eine beste Freundin, Mathilda. Gleichzeitig ist der nationalsozialistische Alltag sofort prĂ€sent: Paula ist Mitglied der NS-MĂ€delschaft, wird SchahfĂŒhrerin und bekommt in Anwesenheit der GaufĂŒhrerin fĂŒr ihre „Treue und PflichterfĂŒllung“ ein Exemplar von Hitlers „Mein Kampf“ ĂŒberreicht.
Ihr Vater, Major der Schutzpolizei, ist stolz auf sie. WĂ€hrend Paulas Mutter die perfekte Frau und Mutter ist, wendet ihr Vater sich der „Judenfrage“ zu, die „gelöst“ werden muss.
Das bekommt auch Paula zu spĂŒren, als ihre Freundin Mathilda unerklĂ€rlicherweise nicht mit ihr das Gymnasium besuchen darf und ihr Vater ihr verbietet, Mathilda weiter zu treffen. Die MĂ€dchen setzen sich ĂŒber das Verbot hinweg. Paula begreift, was ihr Vater meint, wenn er von der „Judenfrage“ spricht, denn Paulas Mutter ist JĂŒdin und das ist der Grund dafĂŒr, dass die Freundinnen sich nicht mehr sehen dĂŒrfen.
Als Paula aus ihrer Straße in ein gutbĂŒrgerliches Viertel in ein Haus zieht, das zuvor von einer jĂŒdischen Familie bewohnt war, fragt sie sich, wohin diese Familie verschwunden ist. Ihre Eltern beantworten ihre Fragen nicht und nach und nach wird Paulas Misstrauen grĂ¶ĂŸer, ihre Fragen werden drĂ€ngender.
Schließlich erlebt sie selbst den Abtransport von Juden aus der Stadt und ist von der Grausamkeit dessen, was sie sieht, erschĂŒttert. Vom Vater wird sie geschlagen, weil sie den Geschehnissen um sich herum auf den Grund gehen will, Schutz findet sie bei den Großeltern.
Paulas Jugend ist sehr authentisch geschildert, ihre Beziehung zu den Eltern, die erste Liebe, die Freundschaft zu Mathilda. Erwachsenen Lesern sind die politischen Ereignisse bekannt, jugendliche Leser sehen diese historischen Ereignisse durch Paulas Augen.
Sowohl Jugendliche (ab 13 Jahren) als auch Erwachsene erkennen in Paulas Geschichte, wie schwierig es fĂŒr Kinder der NS-Zeit war, gegen den Wiederstand der Eltern Stellung zu beziehen und eigene Wege zu gehen.
Die Geschichte von Paula beruht auf einer wahren Biographie, die Elisabeth Zöller im Nachwort schildert.

Elisabeth Zöller: Vaters Befehl oder Ein deutsches MÀdel.
Fischer Schatzinsel, Februar 2012.
272 Seiten, Gebundene Ausgabe, 12,99 Euro.

Corinna Griesbach

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