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Die Fantasy haben wir in dieser von Alisha Bionda und Michael Borlik herausgegebenen Anthologie beim Wort genommen. Vor allem fantasievoll sind die Geschichten.
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Theodor Storm: Der Schimmelreiter (1888)
Jetzt bestellen bei amazon.de! Eine Erzählung, geknüpft aus „Seemannsgarn“, alten, gruseligen Geschichten und nordfriesischem Lokalkolorit, kredenzt mit vermeintlicher Objektivität, gefiltert durch gleich drei Erzählerinstanzen.

Einem Reisenden, so berichtet der Erzähler, ausgehend von einem Zeitungsbericht aus dem Nachlass seiner Urgroßmutter, sei ein gespenstischer Reiter auf einem hageren Schimmel begegnet, welcher sich über den Deich in die Nordsee geworfen habe. Als der Reisende in einem Gasthaus einkehrt und diese Geschichte zum Besten gibt, wissen die Einheimischen mehr zu erzählen:

Hauke Haien ist ein recht untypisches Kind, denn, statt sich mit den üblichen Jugenspielen zu beschäftigen, verbringt er seine Freizeit damit, zuzuschauen, wie das Meer an den Deichen leckt und zu überlegen, wie ein Deich beschaffen sein müsste, um besser vor Sturmfluten zu schützen. Er experimentiert sogar mit kleinen Deichmodellen herum und entwickelt dabei die eine oder andere Idee. Als er eine Anstellung als Knecht beim Deichgrafen bekommt, scheint sein Glück perfekt, denn er geht nicht nur dem Deichgrafen mehr bei der Arbeit an den Deichen als in den Ställen zur Hand, sondern kann auch des Deichgrafen Tochter Elke für sich begeistern. Als Haukes und Elkes Eltern sterben, heiratet Hauke Elke, wird der neue Deichgraf und baut genau den Deich, den er sich schon als Kind erdacht hat – sehr zum Ärger seines Widersachers Ole Peters, der sowohl Elke, als auch Länderein und Amt gern für sich gehabt hätte.

So viel Neues kann nach Meinung der Dorfbewohner jedoch nicht wirklich Gutes bringen und sie ahnen herannahendes Unglück, denn die neue Deichform mag zwar einen besseren Schutz bieten und mehr Platz für Weideflächen schaffen, aber die Tatsache, dass Hauke den alten Brauch verbietet, etwas Lebendiges – wahlweise ein von den Zigeunern erstandenes Kind oder ein Tier – in den Deich zu graben, kann nur Unglück bringen. Und damit nicht genug, denn Hauke hat es sich zur Gewohnheit gemacht, den Deich auf dem Rücken seines Schimmels zu inspizieren – und eben dieses Tier, so sind sich die Dorfbewohner sicher, sei gar keines, sondern eine Ausgeburt des Teufels, denn sei nicht das Pferdeskelett, das auf einer anderen Hallig gelegen habe, verschwunden, seit Hauke seinen Schimmel besitze?

Der Deich wird planmäßig zu Ende gebaut, die Dorfbewohner sind sich aber sicher, dass ein Fluch auf ihm liegen müsse. Trotzdem trotzt er den Fluten hervorragend. Jahre später jedoch – Hauke ist noch immer Deichgraf und Vater einer Tochter, Ole noch immer sein Widersacher und der alte Deich steht ja auch noch... - kommt es zu einer fürchterlichen Sturmflut. Ole rät, den neuen Deich zu durchbrechen, um das Wasser auf die unbewohnten Dorfteile umzuleiten (und außerdem sieht er seine Chance gekommen, diesen Deich, das äußere Zeichen des Sieges seines Feindes über ihn, endlich zu zerstören). Die Dorfbewohner schreiten zur Tat und während sie sich an dem neuen Deich zu schaffen machen, bricht der Alte, und das Wasser spült über die Dorfbewohner – unter ihnen Elke und Haukes Tochter Wienke – hinweg. Hauke, der Zeuge wird, hat nun alles verloren, wofür er gelebt hat und stürzt sich mitsamt Pferd ebenfalls in die Fluten.

Hauke, und so endet die Erzählung der Einheimischen, habe noch immer keine Ruhe gefunden und sei auf seinem Schimmel auf dem Deich zu sehen, wann immer das Meer in Aufruhr sei und dem Deich Gefahr drohe.

Eine erzähltechnisch gut gemachte und dadurch spannende und vordergründig gruselige Geschichte mit stimmungsvollen Landschaftsbeschreibungen, hintergründiger jedoch auch eine Erzählung über das Wechselspiel zwischen Tradition und Neuerung.

Theodor Storm: Der Schimmelreiter (1888).
Anaconda, Januar 2006.
143 Seiten, Hardcover, 2,95 Euro.

Tanja Muhs

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