Ein Undercover-Polizist ĂŒberrascht Einbrecher in seiner Wohnung, im Kampf stirbt er, die Diebe nehmen seinen Laptop mit. Umweltaktivisten, die sich in seinen Computer gehackt haben, beobachten und filmen die Tat ĂŒber seine Webcam, geraten selber in Verdacht. Der Tote hatte eine Beziehung zu einer Managerin eines Beton-Konzerns, einer der wichtigsten Zulieferer fĂŒr den Bau von Atomkraftwerken. Kurz vor den PrĂ€sidentschaftswahlen in Frankreich stellen sich Verstrickungen eines Kandidaten mit diesem Unternehmen heraus, ein neues AKW-Bau steht vor der Genehmigung. Der leitende Ermittler leidet unter einer Ehekrise, zwischen allen Beteiligten wimmelt es von Konflikten und die Umweltaktivisten planen eine spektakulĂ€re Aktion.
Der Plot ist aktuell, gesellschaftskritisch und realistisch. Wenn allerdings einer der PrĂ€sidentschaftskandidaten seine Frau schlĂ€gt, die sexuellen Fantasien des anderen Politiker mit deftigen Worten beschrieben werden, wirkt das klischeehaft. Dazu passt die harte, abgehackte Sprache mit kurzen SĂ€tzen, in einigen fehlen die Verben. Oft beschrĂ€nken sich die Autoren auf die Schilderung der Ereignisse, Gedanken und GefĂŒhle der Protagonisten werden nur selten geschildert, was ein Hineinversetzen in sie erschwert. Die Namen französischer Behörden und AbkĂŒrzungen werden in FuĂnoten erklĂ€rt. Dies erleichtert das VerstĂ€ndnis der Ă€uĂert komplexen Handlung. Noch hilfreicher wĂ€re eine Liste der vielen Figuren und deren Funktion gewesen.
Dominique Manotti: Die ehrenwerte Gesellschaft.
Assoziation a, August 2012.
277 Seiten, Taschenbuch, 14,00 Euro.