Madrigal für einen Mörder
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Ein Krimi muss nicht immer mit Erscheinen des Kommissars am Tatort beginnen. Dass es auch anders geht beweisen die Autoren mit ihren Kurzkrimis in diesem Buch.
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Tatjana Stöckler: Die Hexe muss brennen
Jetzt bestellen bei amazon.de! Die gewitzte Diebin Luzia macht im Jahr 1606 in dem verschlafenen Provinznest Amorbach reiche Beute. Doch mit der Ruhe ist es vorbei, als eine angesehene Bürgersfrau als Hexe auf dem Scheiterhaufen verbrannt und drei weitere Bürgerinnen festgenommen und gefoltert werden. Niemand in Amorbach interessiert sich für das Schicksal dieser Frauen, denn sie werden schließlich in einem rechtmäßigen Prozess der Hexerei überführt und erhalten nur ihre gerechte Strafe.

Luzia beschließt, Amorbach zu verlassen, bevor ihre Identität auffliegt. Beim Verlassen der Stadt gerät sie in die Fänge des Inquisitors Balthasar Noß, einem brutalen Mann, der sich rühmt, fast dreihundert Frauen gefoltert und als Hexen verbrannt zu haben. Noß ist aus Fulda nach Amorbach gekommen, um die Jungfer Magdalene Wegener als Hexe zu entlarven. Magdalene konnte bereits ein Mal in der Vergangenheit dank der Intervention ihres Bruders Lukas, eines einflussreichen Gelehrten, einer Verurteilung entgehen.

Noß zwingt die widerstrebende Luzia, aus dem Haus der Wegeners wichtige Dokumente zu stehlen, die Magdalene vor einer erneuten Anklage als Hexe bewahren können. Doch die eigenwillige Diebin lässt sich nicht so einfach von dem Inquisitor für dessen finstere Pläne missbrauchen. Zusammen mit Lukas, für den sie bald unerwartete Gefühle entwickelt, sucht sie fieberhaft nach einer Möglichkeit, Magdalene aus den Fängen des skrupellosen Noß zu befreien.

Der Debütroman von Tatjana Stöckler entwirft ein erschreckend realistisches Bild der Hexenverfolgungen zu Beginn der Frühen Neuzeit. Drastisch schildert die Autorin grausame Folterungen an wehrlosen Frauen, die Gleichgültigkeit der Dorfbewohner, die nur sich selbst schützen wollen und die Verblendung der Kirche, die im Namen Gottes Unschuldige foltern und töten lässt.

Einige moderne Formulierungen, die im Lektorat durchgerutscht sind, stören etwas den Lesefluss, aber insgesamt ist „Die Hexe muss brennen“ ein spannender, gut recherchierter historischer Roman mit einer unwiderstehlichen Heldin und einem nicht minder sympathischen Helden, der am Ende für eine deftige Überraschung sorgt.

Fazit: Tatjana Stöcklers gelungenes Debüt macht neugierig auf die Fortsetzung, an der die Autorin bereits fleißig schreibt.

Tatjana Stöckler: Die Hexe muss brennen.
Burgenweltverlag, Oktober 2012.
260 Seiten, Taschenbuch, 12,90 Euro.

Martina Sprenger

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