Der Tod aus der Teekiste
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Hartmann von Aue: Iwein (ca. 1200)
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Iwein, einer der Ritter der Tafelrunde und Protagonist dieser (mittelhoch)deutschen Übertragung Chrétien de Troyes’ höfischen Romans bricht auf ins Abenteuer.
Eigentlich will er die Ehre seines Verwandten Kalogrenants wiederherstellen, indem er gegen den Ritter Askalon kämpft, der diesen so schmächlich vorgeführt hat. Iwein, ganz Artusritter- ist natürlich siegreich, tötet Askalon und gewinnt nicht nur Ehre, sondern ebenfalls die Landesherrschaft und die Liebe der Dame Laudine, die er soeben zur Witwe gemacht hat. Eigentlich hat Iwein nun seinen Zweck, seine Aufgabe als Ritter erfüllt, denn er hat seinen Stand unter den Artusrittern gefestigt und Ehre gesammelt, doch jetzt droht ihm eine andere Gefahr: die des Verliggens. Verliggen ist etwas sehr Verwerfliches unter den Rittern, die etwas auf sich halten. Verliggen hat etwas mit liegen zu tun, „faul“ werden, sich nur noch mit der Dame seines Herzens... kein weiterer Kommentar - nein, jedem Ritter sei eine Warnung ausgesprochen, damit es ihm nicht ergehe, wie dem guten Ritter Erec.

Iwein bricht also mit Freund und Vorzeigeritter Gawein zu neuen Abenteuern auf, denn er will ja nicht wie Erec enden. Laudine, seiner Angetrauten, gefällt das natürlich gar nicht, aber sie lässt ihn ziehen- jedoch nicht, bevor sie ihm das Versprechen abgenommen hat, nach einer Jahresfrist wieder zurück zu kommen - was Iwein vor lauter Ehre und Abenteuer jedoch versäumt. Lunete, die Vertraute Laudines, welche die Ehe zwischen Iwein und Laudine „gestiftet“ hat, klagt ihn daraufhin vor dem Artushof an und Iwein, der alles richtig machen wollte, verliert nicht nur jegliches Ansehen und jede Ehre, sondern ebenfalls jegliche Verbindung zu der Dame, die er liebt. Derart grämt er sich ob dieses Verlustes, dass er sich als Einsiedler in den Wald zurückzieht und seinen Verstand, seine Identität verliert.

Erst mit Hilfe einer Wundersalbe der Dame von Narison, die ihn im Wald findet, erinnert er sich zurück und versucht nun, wieder ein guter Ritter zu sein.
Er reitet von Abenteuer zu Abenteuer, bekämpft Drachen, Zwerge und Riesen und befreit einige Jungfrauen. Immer wieder wird ihm eine neue Landesherrschaft angeboten, doch er lehnt ab und ist Laudine treu, obwohl sie ihn verstoßen hat. Schließlich trifft er wieder auf Lunete, die hingerichtet werden soll, weil sie eine nicht unmaßgebliche Rolle bei der Vermählung bzw. (in Unehrenhaftigkeit endenden) Zusammenführung von Iwein und Laudine gespielt hat. Iwein verspricht Lunete für sie beim morgigen Gerichtskampf anzutreten und sie somit von jeglicher Schuld reinzuwaschen. In diesem Kampf agiert Iwein, der nun ein anderer, nämlich der Ritter mit dem Löwen ist (der Löwe ist sein Erkennungszeichen und treuer Begleiter, seit er ihn aus den Klauen des Drachen befreit hat), unerkannt gegen seinen treuen Freund Gawein. Als keiner der Beiden den anderen besiegen kann, wird Gawein schnell klar, dass sein Gegner der edle Iwein sein muss. Iwein gibt sich zu erkennen und der Artushof nimmt ihn mit offenen Armen an, denn inzwischen ist er durch all seine tugendhaften Taten wieder sehr ehrenhaft.
Doch was hilft dem lieben Iwein alle Ehre der Welt, wenn seine Frau ihn noch immer verstoßen hat und nichts von ihm wissen will? So reitet er zu ihr und gewinnt sie- wieder durch eine pfiffige Intervention Lunetes (und siehe da: wieder geht es um Ehre und ein Versprechen, das Laudine gibt, ohne dass sie ahnt, dass sie da gerade verspricht, ihrem Mann zu vergeben)- schließlich zurück.

Bemerkenswert, wie vielschichtig, gut durchdacht und spannend die Literatur um 1200 bereits war.
Trotz der Reimform, die ein bisschen gewöhnungsbedürftig ist, ein sehr empfehlenswerter Lesestoff.

Hartmann von Aue: Iwein (ca. 1200).
Marixverlag, März 2006.
510 Seiten, Hardcover, 12 Euro.

Tanja Muhs

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