Der Cousin im Souterrain
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Der nach "Dingerchen und andere bittere Köstlichkeiten" zweite Streich der Dortmunder Autorinnengruppe "Undpunkt".
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Simon R. Green: Geschichten aus der Nightside 10: F√ľr eine Handvoll Pfund
Jetzt bestellen bei amazon.de! Tief versteckt, im toten Herzen Londons gibt es eine andere Stadt, eine andere Welt, eine andere Realit√§t. Dort ist es immer Nacht, immer dunkel, immer drei Uhr morgens. Regenasse Stra√üen, grelle Neonlichter, Bars, Clubs und private Etablissements, wo man alles finden kann, was man nicht begehren sollte. In schattigen Gassen lauern Engel, D√§monen und G√∂tter ‚Äď willkommen in der Nightside, der koketteste Hure der Welt.

Darf ich mich vorstellen, John Taylor der Name, Privatdetektiv. Gro√ü, dunkel√§ugig und aus der Ferne leidlich attraktiv ‚Äď so zumindest beschreiben mich meine Freunde und meine zahlenm√§√üig weit gr√∂√üeren Feinde. Ich nehme mich der F√§lle an, die niemand will, denn ich habe die Gabe, Dinge zu finden, Dinge die nicht gefunden werden wollen, Dinge die nur zu oft nicht gefunden werden sollten. Ich trage einen wei√üen Trenchcoat, wie ein Ritter in kalter R√ľstung, denn ich bek√§mpfe die Monster.

Dieses Mal beginnt mein Tag damit, dass mich jemand anheuern will. F√ľr einen Privatdetektiv wahrlich nichts wirklich Ungew√∂hnliches, bis auf die Tatsache, dass es sich bei meinem Klienten um einen Elfen handelt. Elfen bitten nie, unter keinen Umst√§nden Menschen um Hilfe ‚Äď so zumindest war es bisher. Jetzt soll ich einen Elfen, noch dazu von k√∂niglichem Gebl√ľht, quer durch die Nightside zu einem Tor bringen. Was die Sache interessant macht ist, dass Walker, ja der Walker, der die Autorit√§t in der Nightside vertritt, den Elfen partout nicht passieren lassen will. Diverse Scharm√ľtzel, anderswo w√ľrde man sie eher Kriege nennen, sp√§ter habe ich meinen Auftrag erf√ľllt, dabei ein paar Stadtviertel zerst√∂rt und wurde mit einem Ger√ľcht bezahlt. Nicht lukrativ der Job sagen sie, recht hat er! Doch dann kontaktiert mich Walker um mir ein Angebot zu machen, das ich nicht ausschlagen kann, so seine Meinung. Nachdem er stirbt, sucht er einen Nachfolger. Und nun raten sie einmal, wen er sich da ausgesucht hat? Das Dumme an der Angelegenheit, Walker will mein NEIN partout nicht akzeptieren ‚Ķ




Simon Green legt einen neuen Roman um die Nightside vor. Nun schien die Geschichte von John Taylor eigentlich erz√§hlt, seine Abstammung und sein Erbe wurden offenbart. Doch, wie so oft, kann und will sich der Autor von seinen liebgewonnenen Figuren und faszinierenden Handlungsorten nicht trennen. Und, sind wir doch einmal ehrlich, die Nightside hat noch viele unerforschte, dunkle Winkel in denen das Grauen, die Unzucht oder das Gl√ľck lauert.

So heißt es einmal wieder sich auf ein Wiedersehen mit gar ungewöhnlich skurrilen Figuren zu freuen.
W√§hrend die Fortsetzungen seiner Erfolgsserien um Todsteltzer oder die Droods eher mit zwiesp√§ltigen Gef√ľhlen von den Fans und Lesern aufgenommen wurden, liest sich vorliegender Roman aus einem Guss und locker fl√ľssig durch. Da wird einmal mehr geballert was die mannigfaltigen Schie√üwerkzeuge hergeben, l√§sst der Autor aber immer wieder auch ein wenig Tiefsinniges einflie√üen. Es geht um die Verantwortung f√ľr sich selbst und seine Umwelt, um Leid und Verlust und um das Sterben. Nun sind dies alles Themen, die sich in der Nightside wirklich aufdr√§ngen ‚Äď der Tot ist hier allgegenw√§rtig, ebenso wie das Leid. Dass sich Green hier selbst persifliert und zum Teil massiv abkupfert, das f√§llt kaum auf. Zu hoch ist das Tempo der Geschichte, als dass die bekannten Versatzst√ľcke gro√ü auffallen w√ľrden. Es geht, wie immer wenn John Taylor sein dritten Auge √∂ffnet hoch her, G√∂tter und andere √ľbernat√ľrliche Wesenheiten zittern vor Furcht und der Leser kann sich ge- und gleichzeitig entspannt zur√ľcklehnen und dem Autor auf eine Achterbahnfahrt exceptionelle folgen, die die Zeit wie im Flug oder besser wie in der Nightside vergehen l√§sst.

Simon R. Green: Geschichten aus der Nightside 10: F√ľr eine Handvoll Pfund.
Feder & Schwert, August 2012.
272 Seiten, Taschenbuch, 10,95 Euro.

Carsten Kuhr

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