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John S. Cooper: Das f√ľnfte Flugzeug
Jetzt bestellen bei amazon.de! Viel ist vom Ruhm des ehemaligen Pulitzer-Preistr√§gers Max Fuller nicht √ľbrig geblieben. Der Ex-Junkie schl√§gt seine Zeit als Journalist f√ľr ein CBS-Format mehr schlecht als recht tot ‚Äď bis ihn eines Tages ein r√§tselhafter Anwalt sprechen m√∂chte. Bei seinem Mandanten handele es sich um Mike Donovan, den Piloten des f√ľnften Flugzeugs am 11. September 2001 ‚Äď doch ehe Fuller die n√§heren Hintergr√ľnde beleuchten kann, wird der Anwalt vor seinen Augen erschossen und er selbst entgeht nur knapp einem Anschlag.

Unterst√ľtzt von Liz Brokaw, der Tochter des Piloten, und dem Konspirologen und Hacker Nick Larson macht sich der gescheiterte Journalist auf die Suche nach der Wahrheit ‚Äď doch das ist leichter gesagt als getan, denn die kriminellen K√∂pfe, die hinter 9/11 stecken, setzen alles M√∂gliche daran zu verhindern, die wahren Hintergr√ľnde zu verbergen ‚Ķ

Bei der scheinbar nahezu grenzenlosen Masse an mehr oder weniger originellen Verschw√∂rungsthrillern, die in letzter Zeit den Buchmarkt unsicher machen, muss man seinen Lesern schon etwas Besonderes bieten, um sie zu fesseln. Auf den ersten Blick handelt es sich bei ‚ÄěDas f√ľnfte Flugzeug‚Äú um nichts anderes als eine typische 9/11-Verschw√∂rungstheorie ‚Äď und das nicht nur, weil von letzteren so viele in den Dialogen des Romans zur Sprache kommen. Auch die Hauptpersonen des Romans sind nicht wirklich au√üergew√∂hnlich, sondern eher flach, austauschbar und so ziemlich allesamt nach altbekanntem Schema geschrieben: Der gescheiterte Protagonist, der noch mal auf seine gro√üe Chance hofft, sein leicht durchgeknallter Sidekick und die sch√∂ne Dritte im Bunde, in dem Fall Liz Brokaw ‚Äď da ist die mehr oder minder zwischen den Zeilen mitschwingende Anklage an die Medien weitaus interessanter.

Es sind auch nicht die Charaktere, die den Reiz an Coopers Deb√ľt ausmachen, nicht mal die Story und deren Aufl√∂sung, denn diese ist wei√ü Gott nicht gerade eine Offenbarung. Was das gewisse Etwas an diesem Roman ausmacht, ist vielmehr der Stil des Autors. W√§hrend andere Schriftsteller den verzweifelten Versuch unternehmen, ihre Leser mit der x-ten gro√ü angelegten Verschw√∂rung zu beeindrucken oder zu langweilen und dabei mitunter unfreiwillig ins L√§cherliche abdriften, versucht John S. Cooper gar nicht erst, ernst oder originell zu sein (zumindest nicht in puncto Plot).

Wesentlich origineller ist daf√ľr sein Humor, denn der zieht sich wie ein roter Faden durch die Handlung des Romans: MPi-Sch√ľtzen werden mit Paintball-Geschossen abgewehrt, Handys mit einer blo√üen Hand zerdr√ľckt und alles in allem bekommt man eher den Eindruck, Cooper h√§lt Verschw√∂rungstheorien eher f√ľr albern. Die Sprache ist einfach, die S√§tze sind nicht verschachtelt, sodass sich ‚ÄěDas f√ľnfte Flugzeug‚Äú bei dem Erz√§hltempo und Coopers unkompliziertem Schreibstil locker-leicht lesen l√§sst.

Zum Inhalt passt √ľbrigens auch der Hintergrund des Buches: Die wahre Identit√§t von Autor Cooper und dem (angeblichen) √úbersetzer Sam Van Heist (Verschw√∂rungstheoretiker munkeln, es g√§be weder den einen noch den anderen ‚Äď jedenfalls nicht unter diesen Namen) scheint momentan mysteri√∂ser zu sein als die wahren Hintergr√ľnde des 11. Septembers.

Fazit: Liebhaber wendungsreicher Plots werden zwar nicht allzu sehr auf ihre Kosten kommen; wer mehr Wert auf eine gehörige Portion Witz mit einer Mischung aus Verschwörungstheorien und hohem Erzähltempo legt, kann allerdings bedenkenlos zugreifen.

John S. Cooper: Das f√ľnfte Flugzeug.
Kiepenheuer & Witsch, Köln, September 2007.
367 Seiten, Taschenbuch, 8,95 Euro.

Martin Palm

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