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Dave Eggers: Ein Hologramm für den König
Jetzt bestellen bei amazon.de! Alan Clay hat’s nicht leicht: Er weiß nicht, wie er die Studiengebühren seiner Tochter bezahlen soll, und sein Chef gibt ihm unmissverständlich zu verstehen, dass er nicht weiß, ob Alan noch der richtige Mann für ihn ist. Er soll König Abdullah von Saudi-Arabien eine neue IT-Technik, ein Hologramm, präsentieren.

Doch auch in der Wüste gibt‘s Probleme: Die Stadt, in der Alan das Produkt vorführen soll – King Abdullah Economic City (KAEC) heißt sie –, gibt‘s bislang bis auf ganz wenige Gebäude nur auf dem Papier. Hinzu kommen ein wackeliges WLAN und die schiere Abwesenheit des Königs. Außerdem lässt sich Alans Hauptansprechpartner ständig verleugnen.

Also besteht die Hauptaufgabe des kleinen Techniker-Teams aus Warten. Und das in glühender Hitze. Manchmal fühlt man sich dabei fast an „Warten auf Godot“ erinnert. Alan kommt mit der Situation schlecht zurecht.
Es gelingt dem 1970 geborenen amerikanischen Autor Dave Eggers vortrefflich, in allen Stadien nachvollziehbar zu zeigen, wie Alans psychischer Zustand immer instabiler wird. Er flüchtet sich in Alkoholexzesse und fügt sich selbst Schmerzen zu. Auch die beginnende Freundschaft mit Yousef, einem Einheimischen, der ihn gelegentlich fährt, nimmt ein unrühmliches Ende.

Oft erinnert Alan an die vielen anderen Gescheiterten und Getriebenen in der Literatur: Willy Loman in „Tod eines Handlungsreisenden“ zum Beispiel.
Aber das Buch lässt sich auch als Kritik an einer Gesellschaft lesen, in der Vertreter der „Old Economy“ keine Chance mehr haben. Sie werden nicht nur sprichwörtlich in die Wüste geschickt. Und selbst dort haben sie keinen Erfolg, sondern werden nur an der Nase herumgeführt.

Es macht Spaß, „Ein Hologramm für den König“ zu lesen, weil Alan als eine Art Jedermann ein hohes Identifikationspotenzial in sich trägt.
Übrigens: King Abdullah Economic City (KAEC) gibt‘s wirklich. Und es ist in der Tat bisher nur eine Baustelle.

Dave Eggers: Ein Hologramm für den König.
Kiwi, Februar 2013.
352 Seiten, Gebundene Ausgabe, 19,99 Euro.

Andreas Schröter

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