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Die Fantasy haben wir in dieser von Alisha Bionda und Michael Borlik herausgegebenen Anthologie beim Wort genommen. Vor allem fantasievoll sind die Geschichten.
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Elizabeth Moon: Die Geschwindigkeit des Dunkels
Jetzt bestellen bei amazon.de! „Die Geschwindigkeit des Dunkels“ ist ein Roman der nahen Zukunft. Krankheiten und Behinderungen wie der Autismus sind besiegt, die menschlichen Schwächen wie Liebe und Neid aber existieren nach wie vor.

Lou Arrendale ist gehört zu den letzten Autisten und ist mit über dreißig Jahren zu alt für eine Therapie. Dennoch führt er ein eigenständiges Leben, er arbeitet bei einem Pharmaunternehmen und analysiert Daten in der Forschungsabteilung. In der Freizeit fechtet Lou und er hat Freunde in der Sportgruppe gefunden. Mit den Veränderungen, die neuerdings in seinem Unternehmen stattfinden, kann er dagegen schlechter umgehen. Ein neuer Manager möchte alle Vergünstigungen für die Autisten in der Analyseabteilung streichen, weil angeblich die Kosten zu hoch sind. Lou und seine Kollegen, die zugleich seine Freunde sind, werden gedrängt, sich einer neuen, nicht ausreichend getesteten Behandlungsmethode zu unterziehen, bei der das Gehirn vollständig reorganisiert wird. Die Risiken sind nicht abzuschätzen. Werden sie dieselben Menschen bleiben oder andere Persönlichkeiten besitzen?

Die Autorin Elizabeth Moon ist Mutter eines adoptierten, autistischen Kindes und erzählt in der Ichform die Welt des Lou Arrendale. In ihrem Roman zeigt sie auf eindringliche Weise die autistischen Krankheitsbilder und die Beeinträchtigungen im Alltag, mit denen Autisten umgehen müssen. Das trifft besonders auf den gesellschaftlichen Umgang zu, wie die Schwierigkeiten Körpersprache und Gesichtsausdrücke zu deuten, mit anderen Menschen zu sprechen und mit den auftretenden Ängste in unbekannten Situationen umzugehen. Das Gefühl und die Situationen des Nichtverstehens der menschlichen Gesellschaft, die als normal gilt, werden in interessanten und packenden Szenen beschrieben. Lou und die anderen aus der Analyseabteilung sind zudem Inselbegabte, die mathematische Muster schneller erkennen als Computer es vermögen. Sie werden einerseits als wertvolle Mitarbeiter gesehen, andererseits von einigen Managern als unerwünschter Kostenfaktor.

Der Leser erhält einen kleinen Blick in eine andere, fremde Sichtweise und lernt zu verstehen, dass Behinderte genau so viel wert sind wie andere Menschen. Normal ist immer nur der Durchschnitt und selbst der hat seine Seltsamkeiten. Jedoch ist der dargestellte Autismus nicht vergleichbar mit dem heutigen und keineswegs sollte angenommen werden, dass das Krankheitsbild immer das gleiche ist. Bereits die Figur Lou konnte von den spekulativ beschriebenen medizinischen Erkenntnissen der Zukunft profitieren, so dass er kein adäquates Beispiel für den vorherrschenden Autismus ist. Lou ist sich seines Selbst und seiner Behinderung bewusst und spricht vereinzelt in Vergleichen. Besser macht das Mark Haddon in seinem Mainstream-Roman "Supergute Tage oder die sonderbare Welt des Christopher Boone", in dem er den stilistischen Besonderheiten besondere Aufmerksamkeit schenkte. Ein Nachteil der Handlung ist, dass Moon sich zuerst auf die Integration von Behinderten konzentriert und von Lous Erfolgen erzählt, um dann auf den letzten Seiten ihm ein völlig anderes Leben zu geben, indem sie ihn die experimentelle Methode unterziehen lässt. Die Enttäuschung der "normalen" Freunde, weil Lou sich nicht mehr an sie erinnert, ist für den Leser nachvollziehbar. Andererseits scheint diese abrupte, optimistische Wende Moons Liebe zu ihrem Sohn auszudrücken, dem sie ein besseres Leben wünscht. Wegen dieses Fehlens einer durchgängigen psychologischen und geistigen Spannungskurve ist "Die Geschwindigkeit des Dunkels" kein zweites "Blumen für Algernon", mit dem es öfters verglichen wird. Dennoch ist Die Geschwindigkeit des Dunkels ein wichtiger und faszinierender Roman, der überdies spannend geschrieben ist. Die Geschichte ist bewegend und berührt die Leser an der richtigen Stelle: am Herzen.

Elizabeth Moon: Die Geschwindigkeit des Dunkels.
dtv, April 2007.
459 Seiten, Taschenbuch, 14,50 Euro.

Ulrich Blode

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