Burgturm im Nebel
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"Was mögen sich im Laufe der Jahrhunderte hier schon für Geschichten abgespielt haben?" Nun, wir beantworten Ihnen diese Frage. In diesem Buch.
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William Shakespeare: Hamlet (1600/1)
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und gleichzeitig: Sinn und Unsinn, Realität und Fiktion – Rosenkranz und Güldenstern sind tot, Narretei als Kalkül, Teil II
also: absoluter Wahnsinn - Shakespeares Hamlet und Tom Stoppards Rosenkranz und Güldenstern in einem Aufguss

Wahn- Sinn, ein Da-Sein ohne Sinn für die Realität, ein sinn-loses Un-Sein und somit ein Un-Sinn; ein Unsinn, eine Narretei.
Narretei, Narr, narren (eine wahrhaft wahnsinnige, grammatikalische Ableitung zu...) narrativ?
Narratives, Erzählendes – DAS Betätigungsfeld der Literaturwissenschaft - als Abwesenheit von Realität und somit Unsinn?

Sind wir alle wahnsinninge Narren, wenn wir Shakespeare lesen (und vielleicht sogar auch noch darüber nachdenken, welche der drei Hamlet-Versionen die eigentlich Richtige ist) und uns von der dramatischen Erzählung des Wahnsinns des Dänenprinzen von der realen Welt mit all ihren Problemen, die noch nach einer Lösung schreien, uns in eine Fiktion führen lassen? Eskapismus in großem Stil?

Ich gestehe: Ich bin ein Narr und trage heute meine literaturwissenschaftliche Narrenkappe und versuche also nicht, eine Lösung für das Problem der Erderwärmung zu finden, sondern doziere über Shakespeare und den Wahnsinn, während das Glöckchen an meinem Narrenkäppchen klingelt, und so zäume ich das Pferd ganz sprunghaft von hinten auf, wie es sich für einen guten Narren gehört.

Rosenkranz und Güldenstern gehen ihrem Tod entgegen, teilt man uns in der letzten Szene des Hamlet mit und Hamlet ist auch nicht mehr arg so wahnsinnig, sondern gleich ebenfalls tot.
Besessen ist er gewesen – von Rache am lieben Onkel Claudius, der Hamlet Senior flugs um die Ecke gebracht hatte, um Königin Gertrude zu ehelichen und König von Dänemark zu werden, woraufhin Hamlet Junior sich – angespitzt durch den Geist des Vaters auf den Zinnenspitzen - genötigt sah, die Ermordung seines Vaters zu rächen. So setzte er denn die Maske des Wahnsinns auf, vergewisserte sich mit Hilfe eines fahrenden Schauspielertrupps der Schuld des Onkels/Stiefvaters und tötete dann, denkend es sei eben dieser, leider dann doch nur Polonius, den Kämmerer, woraufhin dessen Sohn Laertes ihn zum Duell forderte – viel später im Text und auch das lief nicht wie geplant (Näheres im Hamlet selbst) und nicht nur auf Grund des Todes Polonius’, sondern ebenfalls, weil Ophelia, Schwester von Laertes und Verlobte Hamlets in Bestürzung über Hamlets Wahnsinn wahnsinnig geworden war und sich das Leben genommen hatte. So viel zu Shakespeares Hamlet.

Und Rosenkranz und Güldenstern? Zwei Seiten einer Medaille, eine Figur in Zweien, formal die beiden Jugendfreunde Hamlets, die, herbeigerufen, um den Dänenprinzen wieder zur Vernunft zu bringen bzw. vielleicht doch eher um ihn zu bespitzeln, die Wahrheit ans Licht bringen sollen, die unmaskierte. Doch die Beiden wissen noch nicht einmal, wer sie selbst sind - Rosenkranz oder Güldenstern? Güldenstern oder Rosenkranz? Mal sind sie der Eine, mal der Andere; zwei identitätslose Clowns in einer sich mit (zumindest scheinbar) sinnlosen Begebenheiten überschlagenden Welt, zwei Narren, die- wie es Narren so tun- immer wieder philosophische, existentielle Dinge in wunderschönster Klarheit formulieren, um beim nächsten Lidschlag wieder größten Unsinn daherzureden.

Zurück zum Anfang mit dem Ende im Blick.
Vielleicht ist es von Vorteil und ganz gesund - zumindest hin und wieder - die Maske der Fiktion aufsetzen, um der Realität einen anderen, neuen, erleuchteten Sinn zu geben.

Nein, weder durch die Vertiefung in den guten Shakespeare noch in Stoppard werden wir das Problem der Erderwärmung lösen, aber eventuell dazu beitragen, dazu zu ermutigen, sich über die Begrenzungen der Realität hinwegzusetzen, sich die Freiheit zu nehmen, ein bisschen „herum zu spinnen“ - und dadurch erkennen, dass weder Realität noch Fiktion die ultimative Sinnhaftigkeit lehren, sondern es unsere Aufgabe ist, - mit Hilfe von Beidem - unseren eigenen Sinn zu entdecken.

Narretei als Mittel, um die Realität zu erkennen - sowohl Shakespeares Hamlet als auch Stoppards Rosenkranz und Güldenstern (Letzteres leider in deutscher Sprache vergriffen, aber in der filmischen Version nach einem Drehbuch Stoppards zu haben) eignen sich hervorragend dafür.


William Shakespeare: Hamlet (1600/1).
Reclam, 1986.
141 Seiten, Taschenbuch, 3,20 Euro.

Tanja Muhs

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