Sexlibris
Sexlibris
Wo ist die Grenze zwischen Pornografie und Erotik? Die 30 scharfen Geschichten in diesem Buch wandeln auf dem schmalen Grat.
mehr ... ] [ Verlagsprogramm ]
 SIE SIND HIER:   HOME » LESELUST » Blutklingen IMPRESSUM
NEWSLETTER
Abonnieren Sie unseren Newsletter.

Jetzt anmelden! ]

UNSERE TOP-SEITEN
1.) Literatur-News-Ticker
2.) Leselust
3.) Forum
4.) Mitmach-Projekt
5.) Schreib-Lust-News 6.) Ausschreibungen 7.) Wettbewerbs-Tipps
Joe Abercrombie: Blutklingen
Jetzt bestellen bei amazon.de! "Zwischen dem Schrecklichen und dem Bemittleidenswerten sind die Grenzen fließend, und meist hängt es von der Betrachtungsweise ab."(S. 301)

Der Krieg ist vorbei ‚Äď keiner, weder die Union und die Nordm√§nner konnten sich wirklich durchsetzen, trotzdem sehen sich beide Seiten, wie es immer so ist, als Sieger. Ein Ger√ľcht macht die Runde ‚Äď in den Bergen jenseits des roten Landes hat man Gold gefunden. Nuggets so gro√ü¬ī wie Eier braucht man nur von vom Boden aufzuheben, jeder Bach tr√§gt Reichtum in sich. Schatzsucher aller Herren L√§nder machen sich auf nach Fernland. √úber die Ebenen, in denen die Geisterkrieger auf Kriegspfad sind, ziehen sie in Richtung Knick, der Goldgr√§berstadt in der Verm√∂gen gemacht, verspielt, versoffen und verhurt werden. Vagabunden, Gl√ľcksj√§ger, M√∂rder und Handwerker geben sich ein Stelldichein in der Stadt, die von zwei Despoten beherrscht wird.

Eigentlich k√∂nnte Scheu dies alles egal sein. Sie lebt mit ihrem Pflegevater Lamm und ihren beiden j√ľngeren Geschwistern n√∂rdlich des Nahelands, baut auf ihrer Farm Getreide an und hat sich ihr Leben eingerichtet. Bis eines Tages, sie und Lamm befinden sich gerade auf Auslieferung in der n√§chsten Stadt, die Farm √ľberfallen und die Kinder entf√ľhrt werden. Die Spur f√ľhrt √ľber das rote Land, wie die karge Steppe hei√üt, nach Knick. Immer auf der Suche nach den Entf√ľhrten schlie√üen sich unsere Beiden einem Treck der Goldsucher an. Unterwegs zieht Scheu einen Tunichtgut, einen ehemaligen S√§ufer, Rechtsgelehrten, Priester und Schreiner aus dem Fluss ‚Äď und sie lernt eine Seite an Lamm, der seinem Namen bislang immer alle Ehre gemacht hat, kennen, die ihr Angst einjagt. Hinter dem Mann, der immer die andere Backe hingehalten hat, der jegliche Schm√§hung oder Provokation unersch√ľtterlich ausgesessen hat verbirgt sich ein Killer, eine Kampfmaschine. Um seinen Eid, die Kinder zu sch√ľtzen einzuhalten, ist er bereit seine alten F√§higkeiten zu reaktivieren ‚Äď und diese hat er auch n√∂tig, denn √ľberall lauern Verrat und Gewalt ‚Ķ


Joe Abercrombies Fantasy Romane sind in Fan-Kreisen mittlerweile legend√§r. Auch wenn R. Scott Bakker vielleicht die grandioseren Schlachtengem√§lde zu Papier bringt, Patrick Rothfuss uns mit einem Protagonisten verw√∂hnt, der mit seiner Vielschichtigkeit verzaubert und Brent Weeks¬ī Magieentw√ľrfe den Leser entz√ľcken, Abercrombies B√ľcher bieten dem Rezipienten das Bild einer archaischen Welt, die Realit√§t, die dreckige Wahrhaftigkeit atmet.

In seinem sechsten, in seiner Welt angesiedeltem Roman, der mit den bislang erschienen nicht gro√ü zusammenh√§ngt, geschieht eigentlich nichts wirklich Weltbewegendes. Kinder werden von einem skrupellosen, perversen Verbrecher entf√ľhrt, die Schwester macht sich, begleitet von einem alternden K√§mpfer auf, sie zu befreien. Die F√§hrte f√ľhrt √ľber die von hungernden Ureinwohnern bev√∂lkerte Ebenen zu einer Goldgr√§berstadt in der das Recht des St√§rkeren, des Brutaleren herrscht. √Ąhnliches hat man, quer durch alle Genres ‚Äď Wildwest, Krimi und Phantastik ‚Äď bereits den √∂fteren kredenzt bekommen, dennoch vermag das Buch den Leser an die Seiten zu fesseln.

Nat√ľrlich liegt dies auch daran, dass es ein Wiedersehen mit aus den anderen B√ľchern bekannten Gestalten gibt, in erster Linie aber liegt es an der Schreibweise des Autors. Er zeichnet Personen, die nicht nur interessant und vielschichtig sind, sondern die f√∂rmlich plastisch aus den Seiten heraustreten. Das sind Protagonisten, die leiden, und denen wir als Leser dies auch abnehmen. Wir werden f√∂rmlich in den Schmutz, den Schwei√ü und die Schmerzen hineingezogen, w√§hrend wir unseren Figuren folgen. Auch wenn Abercrombie immer wieder bekannte Stereotypen auftreten l√§sst, wirken diese nie abgedroschen oder uninteressant. Gerade weil wir meinen, die Figuren zu kennen und einsch√§tzen zu k√∂nnen √ľberraschen uns die Abwandlungen, die sich pl√∂tzlich auftun um so mehr.


Das ist der schlimmste Verrat, der am meisten wehtut. Der Verrat des eigenen Fleisches. Wenn man lange genug lebt, dann erlebt man zwangsläufig, wie alles den Bach hinuntergeht (S. 514)

Dabei gelingt es ihm immer wieder, auch Fantasy-untypische Themen in seine Handlung einflie√üen zu lassen. Es geht um das Altern, um die Frage, ob man mit seinem Leben jeweils etwas angefangen hat, das in der R√ľckschau Bestand hat, um Verantwortung, um Schuld und S√ľhne und immer wieder durchaus nachdenklich um die Zul√§ssigkeit von Gewalt und den Automatismus, der sich durch Anwendung von Gewalt fast zwangsl√§ufig ergibt. Diese Gedanken verschaffen dem Buch eine ungew√∂hnliche Tiefe, ohne dass sie den Plot im geringsten st√∂ren w√ľrden. Das ist bestes Fantasy-Lesefutter, toll geschrieben und mit genre-ungew√∂hnlicher Tiefe.

Joe Abercrombie: Blutklingen.
Heyne, April 2013.
752 Seiten, Taschenbuch, 15,99 Euro.

Carsten Kuhr

Wie hat Ihnen diese Rezension gefallen? Schreiben Sie uns!
Name:


E-Mail:


Auf welches Buch beziehen Sie sich?


Text:

ANZEIGEN
Das Buch Blutklingen von Joe Abercrombie jetzt bestellen bei:
Jetzt direkt bei amazon.de bestellen! Jetzt direkt bei bol.de bestellen! Jetzt direkt bei buch.de bestellen! Jetzt direkt bei buecher.de bestellen! Jetzt direkt bei libri.de bestellen! Jetzt direkt bei thalia.de bestellen!
 LINKTIPPS: Naturwaren Diese Website wird unterstützt von:

www.mswaltrop.de
Copyright © 2006 - 2023 by Schreiblust-Verlag - Alle Rechte vorbehalten.