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Wo ist die Grenze zwischen Pornografie und Erotik? Die 30 scharfen Geschichten in diesem Buch wandeln auf dem schmalen Grat.
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Susanne Preusker: Die Verwahrten
Jetzt bestellen bei amazon.de! Auf geheimnisvolle Weise verschwinden immer mehr MÀnner, die gerade aus dem Strafvollzug entlassen wurden. ZunÀchst nimmt das keiner ernst, hier erstattet eine Verlobte Anzeige und bekommt zu hören, ihr Verlobter hÀtte sich wohl aus dem Staub gemacht. Dort meldet ein Bruder den Bruder als vermisst, aber so richtig vermisst er das schwarze Schaf der Familie wohl nicht. Aber es werden mehr.

Denn es gibt jemanden, der diese MĂ€nner nach einem bestimmten Muster abfĂ€ngt und entfĂŒhrt. Sie kommen gerade mal bis zum Bahnhof der Stadt, in der die Strafanstalt liegt. Dort werden sie ĂŒberredet, ĂŒberwĂ€ltigt und wachen in Einzelzellen wieder auf. Dort beginnt eine Einzeltherapie, die es so in einer aufgeklĂ€rten Gesellschaft nicht geben darf. Denn jeder dieser MĂ€nner war ein TriebtĂ€ter. Jeder dieser MĂ€nner wĂ€re in Sicherungsverwahrung geblieben, wenn die EU die nachtrĂ€gliche Sicherungsverwahrung als gegen die Menschenrechte erklĂ€rt. Diese vier MĂ€nner sind so unterschiedlich wie ihre Reaktionen auf die EntfĂŒhrung. Aber eines ist ihnen gemeinsam: kein Mensch interessiert sich wirklich fĂŒr ihr Verschwinden. Darauf hat der EntfĂŒhrer gebaut.

Nach und nach unterzieht er sie seiner ganz speziellen Form von Bestrafung, wĂ€hrend die Behörden nach dem vierten Fall doch allmĂ€hlich aufmerksam werden. Aber StraftĂ€ter haben keine Lobby und die Ermittlungen laufen schleppend an. Zum einen fehlt das Interesse und die Überzeugung, dass es sich wirklich um Verbrechen handelt, zum anderen spielen aber auch juristische, politische und nicht zuletzt persönliche Interessen eine große Rolle. So werden die Ermittlungen gelinde gesagt halbherzig gefĂŒhrt und fĂŒhren dementsprechend auch sehr lange zu keinem Ergebnis.

Susanne Preusker hat einen Roman ĂŒber ein topaktuelles Thema geschrieben. Fiktiv hat sie ausgefĂŒhrt, was so viele angeblich gerne tĂ€ten, was an Stammtischen so eifrig diskutiert wird. Das ist nicht immer appetitlich und lĂ€sst den Leser mit einem GefĂŒhl der Hilflosigkeit zurĂŒck. Es steht schon auf dem Umschlag: Es kann kein Happy End geben bei dieser Geschichte, fĂŒr niemanden.

Der Stil ist ein wenig gewöhnungsbedĂŒrftig, sehr dialoglastig und konsequent perspektivisch. Die ersten fĂŒnf Seiten lasen sich ein bisschen dröge, weil die Autorin den Leser mitten ins geschehen wirft und da jemand offensichtlich leidet, ohne dass er vorgestellt wird. Aber danach lĂ€sst einen der Roman nicht mehr los, bis zum Ende.

Fazit: Spannende Geschichte vor einem vieldiskutierten Hintergrund.

Susanne Preusker: Die Verwahrten.
Krimythos, Dezember 2012.
304 Seiten, Taschenbuch, 12,80 Euro.

Regina Lindemann

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