Madrigal für einen Mörder
Madrigal für einen Mörder
Ein Krimi muss nicht immer mit Erscheinen des Kommissars am Tatort beginnen. Dass es auch anders geht beweisen die Autoren mit ihren Kurzkrimis in diesem Buch.
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Dan Simmons: Bitterkalt
Jetzt bestellen bei amazon.de! Joe Kurtz, früherer Privatdetektiv, Ex-Knacki und Mafiosi-Killer hat ein Problem. Habe ich gerade ein im Sinne von der Zahl 1 gesagt. Falsch, ganz falsch, Joe Kurtz hat zwar ein Problem, letzteres ganz groß geschrieben, aber auf seine Fersen haben sich eine ganze Anzahl nicht eben vertrauenswürdiger Männer begeben, die man im Traum nicht als Pazifisten bezeichnen könnte. Nach wie vor hat eine der schwarzen Gangs auf seinen Kopf ein Blutgeld ausgelobt, sein früherer Zellennachbar, der Don des Farino Clans heuert aus dem Kittchen Billig-Killer an und die korrupten Detectives der Stadt würden ihm lieber gestern als heute etwas unterschieben oder ihn auf der Flucht, bedauerlicherweise versteht sich, erschießen müssen. Dabei hätte er es eigentlich ahnen sollen - wer sich mit der Mafia ins Bett begibt, den entlässt die Familie, so oder so, nie wieder aus ihren Krallen. Nachdem er im ersten Band Zeuge der Vernichtung des alten Felino wurde, weiß er zu viel, und das war der Lebenserwartung noch nie sonderlich zuträglich. Als er dann noch erfährt, dass seine frühere Partnerin vor 14 Jahren auf Anweisung Emilio Gonzagas, des Clanchefs der gleichnamigen Familie ermordet wurde, muss er die offene Rechnung begleichen. Gut, dass er in der ebenso skrupellos wie kaltblütigen Angelina Farino, die gerade die Geschäfte der Falinos für ihren im Haft befindlichen Bruder führt, eine Verbündete hat, die auch ein heges Interesse am Ableben Gonzales´ hat. Dass sich dann noch ein perverser, pädophiler und hochintelligenter Serienkiller einmischt, erhöht den Reiz des Ganzen ungemein – zumal dieser dann noch Joes Tochter ins Visier nimmt – und damit wird die Angelegenheit persönlich …

Dan Simmons gehört zu den interessantest, weil abwechslungsreichsten Autoren unserer Zeit. Neben wegweisenden phantastischen Horror-Romanen und SF-Titeln hat er sich, wie die Deutsche Erstausgabe im Festa Verlag beweist, auch mit dem Sub-Geenre des packenden Thrillers beschäftigt, und dabei vier Romane um Joe Kurtz vorgelegt, die den Leser packen und nicht wieder aus ihren Griff lassen. Geschickt, so manches mal gar überzeichnet, nutzt er die gängigen Versatzstücke entsprechender Noir-Romane um uns eine Geschichte zu erzählen, die weitab jeglicher Realität, uns dennoch zu packen und während der Lektüre von ihrer Wahrhaftigkeit überzeugen weiß. Joe Kurtz selbst erinnert dabei in seiner Zeichnung und Charakterisierung ein wenig an den Repairman-Jack (Dt. Handyman Jack) aus F. Paul Wilsons gleichnamiger Serie – ein tougher Mann, der in gerechten Zorn über seine Gegner kommt, und für ein wenig Ausgleich sorgt. Die Bösen bekommen ihr Fett ab, wobei die Linie zwischen Gut und Böse verschwimmt, er selbst als Person immer auf der Grenze balanciert und sich nur seiner eigenen Moral unterwirft. Ohne hier zu werten, ohne sich zum Moralapostel aufzuschwingen stellt Simmons dem Leser die Frage, ob derart ungezügelte Gewalt gerechtfertigt ist, um Mörder aufzuhalten, ob Präventivschläge erlaubt sind, um Leben zu retten, ob die Korruption wirklich derart ungeschminkt denkbar ist wie beschrieben. Das sind aber eher unterschwellige Fragen die mitschwingen. Im Zentrum des erneut mitreißenden Romans steht erneut die Frage, wie Kurtz das ihm zugedachte Schicksal angesichts einer ganzen Horde von Killern, die auf ihn angesetzt werden, entgehen kann. Und so hinterlässt er, wie erwartet, eine ganze Reihe Leichen auf seinem Weg, Opfer, um die es nicht schade ist, ohne die die Welt ein kleines bisschen sicherer sein dürfte.

Dan Simmons: Bitterkalt.
Festa, März 2013.
384 Seiten, Taschenbuch, 13,95 Euro.

Carsten Kuhr

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