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Daniel Galera: Flut
Jetzt bestellen bei amazon.de! „... In diesem Moment hat er eine kurze Vision davon, wie und wo er sterben wird. Keine detaillierte Szene, eher lose Bilder, die sich zu einem klaren Muster zusammenfügen. Es ist nicht das erste Mal, das er sich seinen Tod vorstellt. Er tut das regelmäßig und ist sich ziemlich sicher, dass alle anderen es auch tun. Aber diesmal ist es anders. Er reißt ein Blatt aus einem alten Kalender, den er als Notizblock benutzt, findet zwischen Obstschale und Zeitschriften einen Kugelschreiber und notiert ein paar Zeilen, darunter setzt er das Datum und seine Unterschrift. Sein Herz klopft. Er macht eine Dose Bier auf und ruft Bonobo an ...“ (S. 179)
Die Geschichte beginnt mit dem abrupten Ende des Erzählers. Der Neffe beschreibt den Tod wie ein unergründliches Geheimnis. Und auch im ersten Kapitel beginnt die Geschichte mit dem Tod. Der Vater des Erzählers wählt den Freitod und erzählt ihm kurz vorher von seinem eigenen Vater, der unter mysteriösen Umständen in Garopaba gestorben sei. Zu seinem Vermächtnis gehört auch die Bitte, seine Hündin Beta einschläfern zu lassen.
Direkt nach der Beerdigung folgt der Erzähler zusammen mit Beta den Spuren seines verschollenen Großvaters und stößt bei den Bewohnern auf Schweigen und Ablehnung. Nach vielen Widerständen findet er direkt am Meer eine kleine Wohnung. Jedem erzählt er, er wolle nichts weiter, als auf das Meer hinaussehen und schwimmen. Als er die älteren Bewohner nach dem Gaucho befragt, der 1969 in Garopaba gelebt habe und dessen Enkel er sei, wird die allgegenwärtige Ablehnung ein eisiges Schweigen. Gleichzeitig wird der Kontakt zu den Bewohnern durch die Unfähigkeit des Erzählers erschwert, Gesichter wiederzuerkennen. Diese besondere Form der Behinderung macht es ihm unmöglich Freund oder Feind zu erkennen. Für manche Mitmenschen ist der Erzähler wie ein gefundenes Fressen.
In dem Roman „Flut“ hat alles seinen besonderen Rhythmus. Alles scheint sich zu wiederholen wie die Wellen und die Gezeiten. Szene um Szene baut sich langsam wie eine Welle auf. Manche brechen auf, andere rollen sanft ans Ufer. Die Liebe zum Wasser und zum Schwimmen ist immer wieder spürbar. Auch wenn der Autor Daniel Galera mit Namen und biografischen Details sparsam umgeht, wird sein Erzähler ein komplexer, geheimnisvoller Mann, der nach seiner eigenen Lebensphilosophie lebt. Themen wie Vergeben, Schuld, freier Wille und Schicksal werden auf sehr persönliche Weise verarbeitet und in die brasilianische Lebensweise eingebettet.
Der 1979 geborene Daniel Galera beschreibt sein Heimatland wie ein Liebender, der versteht, verzeiht und trotzdem genau hinsieht, wenn das Zwischenmenschliche nicht funktioniert. Sein Erzählstil verzichtet auf dramaturgische Kapriolen. Er nimmt sich die Zeit für Ausführlichkeit, ohne am Detail zu kleben oder der Fantasie den Raum zu nehmen. Das Augenscheinliche bekommt so beiläufig einen doppelten Boden, dass man sich mitunter verwundert die Augen reibt.

Daniel Galera: Flut.
Suhrkamp, August 2013.
425 Seiten, Gebundene Ausgabe, 22,95 Euro.

Sabine Bovenkerk-Müller

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