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Die Fantasy haben wir in dieser von Alisha Bionda und Michael Borlik herausgegebenen Anthologie beim Wort genommen. Vor allem fantasievoll sind die Geschichten.
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Paul Auster: Winterjournal
Jetzt bestellen bei amazon.de! Winterjournal kann man sicherlich als Austers persönlichstes Buch bezeichnen. In seinen in der Du-Form gehaltenen Monologen zeigt Auster den LeserInnen sein Leben seit seiner Kindheit auf. Anders als in seinen vorangegangenen Büchern, in denen er gern Biografisches mit Fiktivem mischt, offenbart uns Paul Auster hier sehr vertraulich in Rückblicken auf sein Leben sein Innerstes, was er mit philosophischen Sichtweisen ausdrucksstark anreichert . Er offenbart Vieles, sicherlich aber nicht alle Einschnitte seines Lebens - so spart er beispielsweise unter anderem die Verwicklungen seines damals zwanzigjährigen Sohnes Daniel in einen Mordfall aus, was Siri Hustvedt in ihrem Buch "Was ich liebte" verarbeitet hat.

In seinen stets präsenten Erinnerungen an Kindheit und Jugend lesen wir unter anderem von Austers frühen Unfällen und Unglücken. So etwa vom Nachbarskind, das ihm einen Rechen auf den Kopf schlug, von einem Wespenschwarm, in den er bei der Suche nach einem Nachbarjungen getreten ist, von der Tragödie, als er sich sein Gesicht an einem Nagel aufschnitt. Weiter erinnert Auster sich an die Körperlichkeiten beim Raufen mit anderen Jungen. Glücksgefühle beim Baseballspiel, wenn es ihm gelang, den Ball zu schlagen, lässt er ebenso aufleben wie die Erinnerung an seinen ersten Sex. Wir erfahren seine sämtlichen Adressen, wo er jemals gewohnt hat. Er schreibt über Todesängste, Panikattacken, Herzattacken, einen Autounfall. Wir lesen von Austers Beziehung zu seiner Mutter, über ihren plötzlichen Tod, später vom gleichsam schnellen Tod seines Vaters und über Austers Trauer, darüber, dass ihm keine Zeit blieb, Abschied nehmen zu können. Über die Zeit, die er in Paris gelebt hat, über die Frauen in seinem Leben und natürlich über seine Ehe mit Siri Hustvedt...
Über die Selbstwahrnehmung der eigenen Identität schreibt er auf Seite 182: "... Selbst du, der du jetzt seit vierundsechzig Jahren in deinem Körper lebst, wärst wahrscheinlich nicht in der Lage, deinen Fuß auf einem einzelnen Foto deines Fußes zu erkennen, zu schweigen von deinem Ohr, deinem Ellbogen oder einem deiner Augen in Nahaufnahme. Alles so vertraut im Kontext des Ganzen, aber absolut anonym, wenn es Stück für Stück betrachtet wird. Wir alle sind uns selbst fremd, und wenn wir irgendeine Ahnung haben, wer wir sind, dann nur, weil wir in den Augen anderer leben..."
Oftmals fühlt man sich dem Autor sehr nahe, wenn man bei seinen Offenlegungen merkt, dass man dasselbe Gefühl bei ähnlichen Situationen erlebt hat.
Winterjournal ist durch und durch ein poetisches, intimes Bekenntnis Austers. Die Grundmotive seiner Weltanschauung basieren auf Schicksal und Zufällen im Lebenslauf.
Am Schluss lesen wir - und dieser Satz zeugt von einem, der sich mit seinem Leben sehr bewusst und intensiv auseinandergesetzt hat und sich dem, was kommt, nicht verschließt: "Eine Tür ist zugefallen. Eine andere Tür hat sich geöffnet. Du bist in den Winter deines Lebens eingetreten."

Paul Auster: Winterjournal.
Rowohlt, September 2013.
256 Seiten, Gebundene Ausgabe, 19,95 Euro.

Annegret Glock

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