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Brom: Krampus
Jetzt bestellen bei amazon.de! In Jesses Leben ist ziemlich viel schiefgelaufen. Er ist Musiker, aber ihm fehlt der Mut, seine Musik auch auszuleben. Zu sehr ist er auf Sicherheit bedacht, deswegen spielt er lieber in den Kneipen der Umgebung von Boone County, West Virginia, anstatt den Weg in die gro√üen St√§dte der Musik zu riskieren. Wirklich genutzt hat es ihm nicht, er lebt am Rande des Existenzminimums und seine Frau hat ihn samt Tochter trotzdem verlassen. Deswegen kann er auch nicht wirklich an Gl√ľck glauben, als ihm der Sack des Weihnachtsmannes direkt von dessen Schlitten in den Wohnwagen f√§llt. Und mit seinen Zweifeln hat Jesse auch vollkommen Recht: Nicht nur dass er aus dem Sack nie etwas anderes als Spielzeug herausholen kann, es war auch nicht gerade so, dass der Weihnachtsmann sich freiwillig von seinem Sack getrennt hat.

Seltsame Gestalten haben den Schlitten angegriffen, und sie suchen auch Jesse heim. Gestalten mit dunkler, grauer Haut: Belznickel, die Diener des Krampus. Der einstige Herr der Julnacht ist in einem bedauernswerten Zustand. Gefesselt von seinem gr√∂√üten Gegner, Sankt Nikolaus, liegt er seit √ľber 500 Jahren gefesselt in einer H√∂hle in den Bergen von Virginia. Er hat seine Diener ausgeschickt, um ihm das Einzige zu bringen, das ihn befreien kann: den Sack des Weihnachtsmanns oder besser gesagt Lokis Sack. In alten Tagen, in Odins Tagen, waren sie verbunden durch das gleiche G√∂ttergeschlecht. Damals, als Nikolaus noch Baldr hie√ü und Ragnar√∂k noch in der Zukunft lag. Doch von dem alten Geschlecht ist niemand mehr √ľbrig au√üer den beiden, Krampus und Nikolaus, denn die Zeiten von Walhalla sind lange vor√ľber. Erst glaubten die Menschen an den neuen Christengott und dann glaubten sie an gar nichts mehr.

Baldr hatte die Zeichen der Zeit erkannt, aber Krampus m√∂chte immer noch das Julfest wiederbeleben - und nat√ľrlich seinen alten Gegner t√∂ten. Jesse wird in diesen Kampf hineingezogen, er schlie√üt einen Pakt mit dem Teufel, um seine Frau und seine Tochter zu besch√ľtzen und im Leben doch noch etwas gut und richtig zu machen.

Brom hat einen Roman um die alte Geschichte von Gut und B√∂se geschaffen, von Treue und Verrat. Dabei hat er es geschafft, der Schwarz-Wei√ü-Malerei aus dem Weg zu gehen (naja, wenigstens fast: Rednecks bleiben Rednecks) und Walhalla wieder Leben einzuhauchen. Ich mochte das Buch, OBWOHL Hugin und Munin - Odins Raben - im Laufe der Handlung get√∂tet wurden und das bedeutet schon was. Ich mochte auch Krampus und seine Wiederbelebung der Julzeit, obwohl - hier nur der Vollst√§ndigkeit halber angemerkt, und nicht weil ich dem Buch Tendenzen unterstelle - ich nat√ľrlich wei√ü, wann in Deutschland zuletzt die Julzeit gefeiert wurde.

Brom hat Krampus als √úberlebenden dargestellt, als einen, der 500 Jahre unter der Erde verbracht hat und trotz aller Bem√ľhungen den Anschluss verloren hat. Trotzdem gelingt es Krampus noch einmal, seinen Charme zum Einsatz zu bringen und die Menschen f√ľr sich zu gewinnen. Es gibt eine wundersch√∂ne Szene in dem Buch, in dem Krampus mit seinem Gefolge in eine abgelegene Kneipe kommt, in der an diesem Abend jeder versammelt ist, der niemanden mehr hat und niemanden mehr will und Krampus gelingt es, die Menge mitzurei√üen und f√ľr sich zu gewinnen. Das ist der Moment, wo man als Leser mehr als an jeder anderen Stelle hofft, dass er Erfolg haben m√∂ge. Brom spielt mit der Faszination des B√∂sen, mit der Anziehungskraft der Z√ľgellosigkeit und schafft es trotzdem, den guten Nikolaus nicht als Langweiler dastehen zu lassen.

Brom hat neben Jesse Krampus als Hauptperspektive gewählt und damit eigentlich den Bösen. Das macht das Buch noch zusätzlich spannend, denn sollte es nicht so sein, dass der Held eines Romanes am Ende auch gewinnt?

Brom ist auch Illustrator und der Verlag hat dem Buch einige von seinen Illustrationen als Farbbilder spendiert. Dabei stand meine Fantasie gegen Broms - er hat gewonnen.

Brom: Krampus.
Knaur, September 2013.
504 Seiten, Gebundene Ausgabe, 19,99 Euro.

Regina Lindemann

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