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Jim Butcher: Die dunklen FĂ€lle des Harry Dresden 14: Eiskalt
Jetzt bestellen bei amazon.de! Harry Dresden hat Ärger, mĂ€chtig großen Ärger sogar. Moment einmal, sollte es nicht „hatte“ heißen, Vergangenheitsform, schließlich war unser selbsternannter SchĂŒtzer Chicagos und Ex-Magier des weißen Rates ja tot, zumindest fast und in seinem letzten Abenteuer nur in Geisterform unterwegs?

Doch seitdem hat sich seine Lage nicht unbedingt verbessert, sein Leben dagegen wurde und wird immer interessanter.

Seit er Mab als Winterritter dient, wurde er von ihr aufgepÀppelt. Nun, nachdem seine Rekonvaleszenz abgeschlossen ist, erhÀlt der Killer des Winterhofs seinen ersten Auftrag. Nun kann man von Mab sagen, was man will, aber einfallsreich ist sie. Nicht einen x-beliebigen Menschen, auch keinen normalen Sidhe soll Harry um die Ecke bringen, nein, Mabs eigene Tochter Maeve, eine Unsterbliche soll daran glauben.

Dumm, dass ausgerechnet jetzt auch noch Harrys höchst geheime Insel im Michigan See, auf, besser unter der seit Jahrhunderten die gefÀhrlichsten unsterblichen Wesen der Welt inklusive einiger Götter eingekerkert sind dabei ist in die Luft zu fliegen und die HÀftlinge auf die Menschenwelt loszulassen.

Wem das immer noch nicht reicht an Dramatik, der darf sich auf verteufelt gefĂ€hrliche Alien-Psychopathen und eine Seuche freuen – und schon hat Harry genau einen Tag um all das wieder ins Reine zu bringen 



Im Verlauf der letzten Jahre hat Feder & Schwert, nachdem sie die Harry Dresden Reihe von Knaur ĂŒbernommen hatten ein höllisches Tempo vorgelegt. Bis zu drei Romane erschienen Jahr fĂŒr Jahr, so dass wir inzwischen die US-Erstausgabe fast eingeholt haben. Dies ging nur, indem man gleichzeitig mehrere Übersetzer parallel an den BĂŒchern arbeiten ließ.
Mit vorliegendem Band wechselt die Übersetzung von Dorothee Danzmann wieder zu Oliver Hoffmann und Katja Giehl, und auch wenn die letzten Übersetzungen deutlich besser waren, merkt man doch, dass Harry wieder zu den besten HĂ€nden zurĂŒckgekehrt ist.

Der Roman liest sich stilistisch flĂŒssig, der Tonfall trifft genau das Schnoddrige, Selbstironische unseres Magiers auch wenn vorliegend ungewöhnlich viele Rechtschreib- und Setzfehler zu bemerken sind.

Inhaltlich wartet erneut eine Tour den Force auf den Leser. Nicht weniger als vier parallel angelegte Bedrohungen erwarten Harry und seine Welt, wobei Butcher geschickt nicht nur mit der Erwartungshaltung seiner Rezipienten, sondern auch mit falschen FĂ€hrten, Geheimnissen, Intrigen und gar merkwĂŒrdigen Gestalten spielt. Das ist großes, grelles und so manches Mal donnerndes Kino, die Spezialeffekte reihen sich nahtlos aneinander, so dass weder Harry noch der Leser groß zum Atemholen, Reflektieren oder Nachsinnen kommt.
Getrieben von der Deadline, die die Vernichtung seiner Heimat, ja der Welt befĂŒrchten lĂ€sst, verliert unser Filou ein wenig den Überblick, handelt nur noch spontan und planlos, wird getrieben und findet keine Zeit sich auch um das zu kĂŒmmern, was wichtig wĂ€re. Seine Freunde, die Liebe zu seiner Tochter, die Zuneigung zu den Frauen um ihn herum, das wird, wenn auch immer wieder angeschnitten mehr und mehr in den Hintergrund gerĂŒckt. Im Zentrum steht ganz eindeutig die rasant ablaufende Handlung, KĂ€mpfe satt und neue Geheimnisse.

Ich hatte als Leser das GefĂŒhl, dass Butcher die Serie mit vorliegendem Band auf ein neues, ein weit grĂ¶ĂŸeres Fundament stellt, neue AnsĂ€tze hinzufĂŒgt und durchstartet. Erstaunlicherweise werden dabei keine alten Zöpfe abgeschnitten, bleiben die GefĂ€hrten, wenn auch in neuen Rollen mit an Bord. So bleibt unser Magier frisch und voller Kraft, wenn auch MĂŒde zurĂŒck und blickt ein wenig Sorgenvoll in seine Zukunft.


Jim Butcher: Die dunklen FĂ€lle des Harry Dresden 14: Eiskalt.
Feder & Schwert, Januar 2014.
680 Seiten, Taschenbuch, 15,99 Euro.

Carsten Kuhr

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