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Die Fantasy haben wir in dieser von Alisha Bionda und Michael Borlik herausgegebenen Anthologie beim Wort genommen. Vor allem fantasievoll sind die Geschichten.
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Herbert SchlĂŒter: Nach fĂŒnf Jahren (1947)
Jetzt bestellen bei amazon.de! Als Peter seine Cousine Victoria wĂ€hrend seiner Sommerferien zum ersten Mal besucht, ist er dreizehn Jahre alt. Sie wohnt im MĂ€rkischen auf dem großen Gut ihres verstorbenen Vaters und lebt das Leben einer alternden Jungfer, die vom Leben nichts mehr erwartet. Robert, der sechszehnjĂ€hrige Sohn ihres GĂ€rtners, glaubt auch, nichts mehr erwarten zu dĂŒrfen. Er schwĂ€rmt fĂŒr die etwa gleichaltrige Isolde, die hĂ€ufig bei Victoria zu Gast ist. Peter verbringt viel Zeit mit Isolde und Robert. Dabei wird er Zeuge wie SchwĂ€rmerei, Eifersucht und nicht erwiderte Liebe auch Victorias GemĂŒt durcheinanderbringt. Der mit Victoria befreundete Pfarrer Kindsberg, der zugleich auch Isoldes Onkel ist, fragt Peter aus und beschließt, seine Nichte mit einer gemeinsamen Auslandsreise fortzulocken. Der Urlaub wird zum Erstaunen aller lĂ€nger als geplant; Roberts Vater stirbt, und Victorias Liebe, der Dichter MĂŒhsal, zieht weiter.
FĂŒnf Jahre spĂ€ter besucht Peter seine Cousine ein zweites Mal. Auch MĂŒhsal erscheint. Trotz gleicher Personenkonstellation hat sich vieles geĂ€ndert. Mit den Erfahrungen des jungen Erwachsenen lotet Peter wie ein Detektiv die GefĂŒhle seiner Freunde und die psychologischen HintergrĂŒnde aus und hat auf einmal selbst mit unerwarteten GefĂŒhlen zu kĂ€mpfen. Victoria fragt ihn: „Wissen möchte ich nur eins: ob man immer so viel lĂŒgen muß, sich immer blind stellen muß, um jemanden lieben zu können, wie ich diesen da geliebt habe? Oder ob ĂŒberhaupt nur solche NĂ€rrinnen, wie ich eine war, wirklich lieben können?“ (S. 140/141)
Ungewöhnlich nuanciert beschreibt der 1906 in Berlin geborene Herbert SchlĂŒter die Facetten der Liebe. Im Mittelpunkt steht die schwĂ€rmerische und nicht erwiderte Liebe, die wie eine Krankheit das Denken, Handeln und sogar die komplette Zukunft der Betroffenen verĂ€ndern kann. Auch die Versuche einer „Heilung“ werden in der Geschichte seziert, bis letztendlich alles offenbart ist. Interessant ist, wie Peters persönliche Haltung zu der Liebe ein Eigenleben gewinnt. Aber auch die Beschreibung von MĂŒhsals Karriere (nomen est omen.) zeigt aufschlussreiche Parallelen zu dem Schriftsteller SchlĂŒter.
Sein komplexer Sprachstil erfordert ein hinreichendes Maß an Aufmerksamkeit, um zum einen die Informationsdichte in einem einzelnen Satz und zum anderen das auffĂ€llig Nicht-gesagte im Kontext zu erfassen.
„Nach fĂŒnf Jahren“, Herbert SchlĂŒters zweiter Roman, war 1932 zum Zeitpunkt der Veröffentlichung seines ersten Romans „Die RĂŒckkehr der verlorenen Tochter“ fertig. Doch Emigration im April 1933, Armut und Heimatlosigkeit standen seiner Karriere im Weg. Auch FĂŒrsprecher wie zum Beispiel Erika und Klaus Mann konnten ihm nur bedingt helfen. 1947 wurde „Nach fĂŒnf Jahren“ erstmalig veröffentlicht, weitere Werke und Übersetzungen folgten. Herbert SchlĂŒter starb am 15. Februar 2004.

Herbert SchlĂŒter: Nach fĂŒnf Jahren (1947).
Lilienfeld Verlag, August 2008.
190 Seiten, Gebundene Ausgabe, 19,90 Euro.

Sabine Bovenkerk-Müller

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