Der Cousin im Souterrain
Der Cousin im Souterrain
Der nach "Dingerchen und andere bittere K├Âstlichkeiten" zweite Streich der Dortmunder Autorinnengruppe "Undpunkt".
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Thomas Elbel: Megapolis
Jetzt bestellen bei amazon.de! Ein verheerender Krieg hat die Erde ins Chaos gest├╝rzt. Um zu ├╝berleben, schufen findige Wissenschaftler auf dem Mars eine Kolonie. Gebaut von den Novaten, k├╝nstlichen Menschen, die ihnen als Sklaven bedingungslos gehorchen und dienen. Vor drei Jahren jedoch rebellierten die Novaten, der Unterdr├╝ckung ├╝berdr├╝ssig. Der Gro├če Rat herrscht seitdem diktatorisch, die letzten Menschen sind in den Untergrund gefl├╝chtet und die J├Ąger, eine Miliz des Rates, verfolgen sie unerbittlich.
Als J├Ąger Seth bei einem Anschlag auf Tessa, die Anf├╝hrerin der Menschen und ihren j├╝ngeren Bruder trifft, wollen sie in ihm den Sohn des Novatensch├Âpfers Jack Lansing erkennen.
Doch er ist selbst Novat, sein Bewusstsein beginnt mit seiner Erschaffung.
Woher kommen dann die Erinnerungen an ein fr├╝heres Leben auf der Erde, die st├╝ckchenweise in seinem Kopf auftauchen?

Mensch gegen k├╝nstlichen Mensch, das Thema fasziniert Liebhaber des Genres seit jeher. Und h├Ątte Jack Lansing, der Sch├Âpfer der Novaten, seine Hausaufgaben gemacht, h├Ątte ihm klar werden m├╝ssen, dass es nicht gut gehen wird. Sind die synthetischen Gesch├Âpfe zu einfach, kann man sie nicht gebrauchen. Gesteht man ihnen zu viel Intelligenz und Lernf├Ąhigkeit zu, besteht die Gefahr, dass sie sich auflehnen.
Die Kolonie im Marsvulkan, eine gigantische Metropole, die Teile bekannter irdischer St├Ądte und Sehensw├╝rdigkeiten in Kopie aufweist, war urspr├╝nglich eine gute Idee, um der zerst├Ârten Erde zu entfliehen. Seit der Rebellion jedoch bleibt den Menschen nichts als ein Leben im Untergrund und Terroranschl├Ąge. Es ist nur eine Frage der Zeit, bis sie endg├╝ltig ausgestorben sind. Ist Lansing noch am Leben, wie es Ger├╝chte besagen? Ist Seth tats├Ąchlich sein Sohn? Bevor er es sich recht versieht, befindet er sich auf der Flucht vor seinen ehemaligen Kollegen.

Nach Asylon und Elysion legt der Autor hier eine weitere Dystopie vor, Megapolis ist, wie er im Nachwort erkl├Ąrt, sein (stark ├╝berarbeitetes) Erstlingswerk, das er als Hommage an Philip K. Dick geschrieben hat.
Ein spannender, actionreicher Roman mit unerwarteten Wendungen, Intrigen und Scheinwelten, genug Wissenschaft, um die Kolonialisierung plausibel zu machen, ohne sich in den Vordergrund zu dr├Ąngen und ein interessanter Figurenmix. Wie weit darf der Mensch gehen in seinem ├ťberlebens- und Schaffensdrang, wann ├╝bertritt er Grenzen, diese Fragen spuken mir nach der Lekt├╝re noch im Kopf herum.

Thomas Elbel: Megapolis.
Verlag Thomas Elbel, November 2013.
476 Seiten, Taschenbuch, 12,95 Euro.

Susanne Ruitenberg

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