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Martin Walser: Ein fliehendes Pferd (1978)
Jetzt bestellen bei amazon.de! Ich habe dieses Buch mehrfach lesen müssen und gebe zu: Ich habe es gehasst. Wie langweilig – Gymnasiallehrer Helmut Halm und seine Frau Sabine fahren seit elf Jahren immer wieder in den Urlaub an den Bodensee und machen das, was lang Verheiratete eben so machen, wandern, lesen, essen, im Cafe sitzen und Leute beobachten und währenddessen wenig reden. Doch in diesem Jahr ist alles anders, denn Helmut trifft einen ehemaligen Schulkameraden, den Journalisten Klaus Buch, an den er sich gar nicht mehr so recht erinnern kann. Klaus, seine deutlich jüngere Frau Helene, genannt Hel, im Schlepptau kann sich jedoch sehr wohl an die gemeinsam erlebten Situationen erinnern, schwelgt darin und kommt auf die glorreiche Idee, sich an Helmuts und Sabines Fersen zu heften. Von da an wird der Urlaub gemeinsam verbracht. Helmut passt das gar nicht, er ist ziemlich frustriert, Klaus ist so anders als er, stört seine Routine, geht ihm auf die Nerven, doch er verliert kein Wort darüber. Nach einigen gemeinsamen Unternehmungen – bei einer fängt Klaus ein fliehendes Pferd wieder ein - lädt Klaus Helmut schließlich zum Segeln auf dem Bodensee ein. Die Beiden geraten in ein Unwetter, bei dem es zu einem „Unfall“ kommt, bei dem Klaus über Bord geht. Helmut geht davon aus, dass Klaus tot ist, aber Klaus taucht am folgenden Tag doch wieder auf und beide Paare reisen wieder ab.
Na, ist das spannend, oder was? Ein Buch über den Urlaub zweier Männer in der Midlife-Crisis. Und das alles auch noch in dieser seltsamen Erzählhaltung, personal aus Helmuts Sicht, die Gespräche teilweise in größter Detailtreue und dann auch noch in erlebter Rede, immer aus dieser Helmut, der Langeweiler-Perspektive und dazwischen mal ein paar Erzählerkommentare... Furchtbar. Ich war jedes Mal froh, wenn es vorbei war.

Und dann habe ich dieses Buch noch einmal lesen dürfen und muss gestehen: Obwohl ich es sehr gut kannte, habe ich anscheinend doch nicht richtig hingesehen und die Male vorher versäumt zu erkennen, dass dieses Buch großartig ist.
Es porträtiert zwei große Flüchter; auf der Flucht vor sich selbst und dadurch auch vor anderen. Wie fliehende Pferde, einfach nur weg, weg, weg.
Sowohl Helmut als auch Klaus flüchten sich in Rollen, verbergen sich dahinter, wollen unerkannt durchs Leben gehen, denn wenn sie erkannt würden, wären sie so angreifbar. Beide sind innerlich eigentlich schon tot, leben nicht, existieren eher, viel Schein, wenig Sein. Obwohl Klaus aktiv wirkt, dem Leben zugewandt, sportlich und abenteuerlustig und dem Leser dadurch um einiges sympathischer ist als der passivere Helmut, durch dessen Auge der Leser das Geschehen wahrnimmt, erkennt er durch Helenes Erzählung nach Klausens vermeintlichem Tod auch sein Verhalten als pure Maske.
Die beiden Mittvierziger Helmut und Klaus, äußerlich sehr unähnlich, doch beide geborene Blender, maskiert und angstvoll auf der Flucht davor, sich ihre Masken entreißen zu lassen und erkannt zu werden- erkannt als nur scheinbar erfolgreiche, ihrer selbst sehr unsichere Menschen.


Martin Walser: Ein fliehendes Pferd (1978).
Suhrkamp, Oktober 2007.
150 Seiten, Taschenbuch, 6 Euro.

Tanja Muhs

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