Wellensang
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Die Fantasy haben wir in dieser von Alisha Bionda und Michael Borlik herausgegebenen Anthologie beim Wort genommen. Vor allem fantasievoll sind die Geschichten.
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Mia Ajvide: Der Mann, der vergessen wurde
Jetzt bestellen bei amazon.de! Mit Jack passiert etwas Seltsames. Gestern f├╝hrte er noch die Touristen durch das Schloss Myntholm und erz├Ąhlte von der geheimnisumwitterten Grafentochter Alma. Und heute findet er neue Spuren von ihr und wird kurz darauf von jedem ignoriert. Seine Frau Aino f├╝rchtet sich scheinbar grundlos vor ihm. Bei dem bleibt es allerdings nicht. Denn schon bald ist er f├╝r sie und jeden anderen ein unerw├╝nschter Fremder. Jeder vergisst ihn, sobald er au├čer Sichtweite ist. Jetzt ist er ein Niemand, heimatlos. Das ├ťberleben in einer so konfusen Situation treibt ihn schneller als ihm lieb ist an den Rand des Wahnsinns. Um nicht v├Âllig durchzudrehen, versteckt er sich im Schlossmuseum, um im Hinblick auf die neuen Informationen Almas besondere Lebensumst├Ąnde zu erforschen. Viel zu schnell wird sein Lager entdeckt. In Stockholm behandelt ihn seine Mutter ebenfalls wie einen Fremden. Nur der alte Nachbar Arthur erkennt und untersch├╝tzt ihn. Jacks einsames Leben in der Stadt wird bunter, als er Marie und die anderen Vergessenen kennenlernt. Sie alle leiden seit ihrer Geburt unter dem gleichen Schicksal wie er. Jack lernt, wie man als Vergessener ├╝berlebt. Hanna, eine ├ärztin, ist wiederum f├╝r die Vergessenen eine gro├če St├╝tze. Doch so uneigenn├╝tzig ist ihre N├Ąchstenliebe nicht. Jack ist der Einzige, der Hannas Entscheidungen in Frage stellt und aufbegehrt. Damit bringt er nicht nur sein Leben in Gefahr.
Mit dem Vergessen ist das so eine Sache. Wer erinnert sich schon an Vergessenes? Es gibt Momente, in denen man seine Umgebung nur oberfl├Ąchlich wahrnimmt. Namenlose, gesichtslose Menschen passieren einen, oder stehen am Rand einer Einkaufsmeile. Wenig sp├Ąter rutschen die Details ├╝ber den Rand der Erinnerung. Die Autorin Mia Ajvide stellt in ihrem Deb├╝troman die Frage, was w├Ąre, wenn man selbst von der eigenen Familie, dem Partner vergessen w├╝rde? M├Âglicherweise f├╝r immer? Und wie soll man das Vergessen ├╝berleben, wenn die Angeh├Ârigen alle Spuren des eigenen Ichs in einem Akt der Trance entsorgt haben? Schlie├člich ist die Nahrung der Erinnerung der Austausch und/oder ihre Fixierung. Tote erhalten einen Grabstein. Vergessene werden in Mia Ajvides Roman zu lebenden Geistern, mit denen irgendetwas anders ist, ohne dass man es mit den H├Ąnden greifen k├Ânnte.
Fazit: ein besonderer Schwedenroman, der mehr als nur ein Deb├╝t ist.

Mia Ajvide: Der Mann, der vergessen wurde.
Klett-Cotta, Februar 2014.
384 Seiten, Gebundene Ausgabe, 16,95 Euro.

Sabine Bovenkerk-MŘller

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