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Wo ist die Grenze zwischen Pornografie und Erotik? Die 30 scharfen Geschichten in diesem Buch wandeln auf dem schmalen Grat.
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Thomas Finn: Schwarze Tränen
Jetzt bestellen bei amazon.de! Lukas Faust ist nicht gerade das, was man gemeinhin einen Erfolgsmenschen nennt - oder auch nur ehrgeizig. Als Stra√üenillusionist h√§lt er sich gerade eben √ľber Wasser - und das nicht immer nur auf die faire Art und Weise. Jetzt ist er in Staufen ausgerechnet im Faustzimmer gelandet, dem Zimmer, von dem aus der Goethe-Faust in die H√∂lle gefahren ist - angeblich. In just diesem Zimmer trifft er auf einen schwarzen Pudel namens "Mephistopheles", der sich ihm als Teufel offenbart und ihn, naja, um Hilfe bittet, soweit man beim Teufel von "bitten" reden kann. Denn in der H√∂lle tobt eine Revolution und der Teufel selbst ist irgendwie ausgesperrt. Und Lukas kann das alles √§ndern, denn er ist ein direkter Blutsverwandter des Ur-Faust und nur mit seinem Blut kann er sein Erbe einfordern und die drei Teufelstr√§nen zerst√∂ren und die Apokalypse heraufbeschw√∂ren. Das wiederum w√ľrde bewirken, dass der Teufel zur√ľck ins Himmelreich k√∂nnte und alles gut w√ľrde - oder vielleicht auch nicht. Denn m√∂glicherweise braucht die Erde das Gleichgewicht zwischen Gut und B√∂se, um √ľberhaupt existieren zu k√∂nnen.

"Schwarze Tränen" ist nicht einfach eine modernisierte Nacherzählung der Faust-Geschichte. Auch wenn sich in dem Roman bekannte Gestalten tummeln, inklusive Agrippa von Nettesheim, Hexentanzplätze, Barbarossa, Abraham von Worms und dem unvermeidlichen sprechenden Pudel ist Lukas Geschichte doch eine ganz eigene. Und eine ziemlich gut geschriebene dazu.

In sich ist der Roman abgeschlossen, also ohne die inzwischen ebenso modern wie l√§stig gewordenen Cliffhanger. Einzig der Epilog l√§sst auf eine Fortsetzung hoffen, die - zumindest von mir - neugierig erwartet w√ľrde.

Thomas Finn: Schwarze Tränen.
Knaur, März 2014.
544 Seiten, Taschenbuch, 14,99 Euro.

Regina Lindemann

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