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John Corey Whaley: Hier könnte das Ende der Welt sein
Jetzt bestellen bei amazon.de! ‚ÄěHier k√∂nnte das Ende der Welt sein‚Äú ist ein Jugendbuch, das LeserInnen mit literarisch eher anspruchsvollen Ambitionen ansprechen wird.
Wir lesen von dem siebzehnjährigen Cullen Witter, der in Lily, einer langweiligen Kleinstadt in Arkansas lebt. Im zweiten Kapitel machen wir Bekanntschaft mit Benton Sage und dessen religiösen Visionen. Dabei ist fast bis zum Ende kein Zusammenhang zwischen den beiden unterschiedlichen Protagonisten erkennbar. Der Autor arbeitet mit zwei verschiedenen Erzählsträngen- und techniken, was anfangs etwas irritierend anmuten kann.

Vielleicht ist es die Eint√∂nigkeit in Lily, die Cullens Gedanken Phantasiebl√ľten treiben l√§sst, vielleicht f√ľhlt er sich in der tr√§gen Gleichf√∂rmigkeit als Einsersch√ľler schlicht unterfordert.
Er macht sich Gedanken um den Sinn des Lebens, erfindet immer wieder neue Buchtitel nach gewissen Situationen, und er stellt √úberlegungen an, unter welchen Umst√§nden das Leben eine Wendung nehmen und alles pl√∂tzlich ganz anders sein k√∂nnte. So denkt er sich sein ‚ÄěWas, wenn?‚Äú-Spiel aus.
Der Tod seines Cousins trifft Cullen nicht sonderlich; er sieht dessen Schicksal eher rational.
Das pl√∂tzliche Verschwinden seines j√ľngeren Bruders Gabriel dagegen bereitet Cullen gro√ües Leid.
Zeitnah mit Gabriels Verschwinden erwacht Cullens Heimatort Lily aus einem Dornr√∂schenschlaf, als dort pl√∂tzlich der seit sechzig Jahren als verschollen geltende Lazarusspecht wieder auftaucht und der Ornithologe John Barling samt weiteren Ornithologen alle bewohnbaren Betten bev√∂lkern. Im Aufruhr um den Lazarusspecht r√ľckt Gabriels Verschwinden bei der Bev√∂lkerung in den Hintergrund. Innerhalb Cullens Familie wird die Situation immer deprimierender. Cullen stellt √úberlegungen an wie es sein k√∂nnte, wenn die Situation mit Gabriel dieselbe wie die mit dem Lazarusspecht w√§re, und sein Bruder, als w√§re nie etwas gewesen, irgendwann wieder auftauchen w√ľrde. Dann ver√§ndert sich noch etwas in Cullens Leben: Er verliebt sich in Ada, die alle ihre Freunde angeblich bei Unf√§llen verloren haben soll...

Aberwitzig und ironisch gepr√§gt dreht sich das Buch ums Verlieren und wieder Finden, um W√ľnsche, Ph√§nomene und Perspektiven im Leben.

John Corey Whaley: Hier könnte das Ende der Welt sein.
Hanser, März 2014.
216 Seiten, Gebundene Ausgabe, 15,90 Euro.

Annegret Glock

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