Burgturm im Nebel
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"Was mögen sich im Laufe der Jahrhunderte hier schon für Geschichten abgespielt haben?" Nun, wir beantworten Ihnen diese Frage. In diesem Buch.
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Arthur Schnitzler: Später Ruhm (1895)
Jetzt bestellen bei amazon.de! Jeder Mensch hat in seinem Leben mindestens einen großen Traum: Manche streben einen besonderen Beruf an, sehnen sich nach der großen Liebe oder Reichtum ...
Eduard Saxberger träumte von einem Leben als Dichter. Den ersten Schritt hatte er geschafft, als sein Gedichtband „Wanderungen“ veröffentlicht worden ist. Und danach das lange Hoffen auf den Durchbruch, auf Aufmerksamkeit, Anerkennung. Irgendwann wurde das Hoffen vergeblich, schmeckte schal und wurde schließlich ad acta gelegt.
Inzwischen ist Eduard Saxberger siebzigjährig, Beamter und lebt alleine in kleinen Räumlichkeiten. Mit dem Besuch seines ersten Fans, des Herrn Meier, Mitglied im Verein „Begeisterung“, scheint sich sein tristes Leben zu verändern. Auf einmal sitzt er im Kreis von hoffnungsfrohen Künstlern, die ihn bejubeln und mit ihm einen öffentlichen Auftritt planen.
Der Wiener Erzähler und Dramatiker Arthur Schnitzler (1862 - 1931) schrieb die Novelle „Später Ruhm“ 1894. Geplant war die Veröffentlichung in einer Zeitschrift als Mehrteiler. Schließlich wurde der Plan verworfen, weil der Verleger glaubte, die Lektüre könne aufgrund der zeitlichen Unterbrechungen nicht so gut funktionieren. Im Hinblick auf den langsamen Spannungsaufbau, dem subtilen Spiel der jungen „Kollegen“ mit dem alten Saxberger war dies eine gute Entscheidung. Mit leichter und zugleich leiser Hand offenbart Schnitzler Meiers wahre Absichten nur in Ansätzen, bis sie schließlich auf den letzten Seiten in einer beiläufigen Bemerkung ganz offen liegen.
Es gibt in der Novelle wunderschöne Textpassagen, in denen die Beschreibung der Landschaft und der Wiener Gesellschaft die Stimmung von Saxbergers Seelenleben widerspiegelt.
Trotz ihres Alters bleibt die Geschichte vom plötzlichen Erfolg aktuell. Denn das Wetteifern um Aufmerksamkeit und die Vermarktung von Ideen, Dingen oder Menschen kennt bekanntlich keine Grenzen. Und die eigene Verwundbarkeit in seinen heimlichen Sehnsüchten und Träumen zu erkennen, könnte nicht nur Saxberger in verführerischen Situationen helfen.
Zum Glück hat der Verlag sich zu dieser Erstveröffentlichung entschieden und damit Literaturliebhaber bereichert.

Arthur Schnitzler: Später Ruhm (1895).
Zsolnay Verlag, Mai 2014.
160 Seiten, Gebundene Ausgabe, 17,90 Euro.

Sabine Bovenkerk-Müller

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