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Evelyn Barenbr├╝gge: Leeres Versprechen, gelesen von Patrick Tillmanns
Jetzt bestellen bei amazon.de! "Leeres Versprechen" erz├Ąhlt die Geschichte der westf├Ąlischen Bauernfamilie Baumann, die 1764 auf ein Versprechen eines ├Âsterreichischen Werbers hereinf├Ąllt und voller Hoffnung aus Attendorn und der Armut nach ├ľsterreich auswandert. Erz├Ąhlt ist die Geschichte aus der Sicht des Sohnes Kaspar, der seit einem Unfall in der Kindheit Angst vor Wasser hat und leicht verkr├╝ppelt geblieben ist. Er versucht das durch Bildung zu kompensieren, die er bei benachbarten M├Ânchen erwirbt.

Bei der Geschichte selbst bin ich ein wenig zweigeteilt. Das hier ist eines der B├╝cher, bei denen die Autorin alles richtig gemacht hat, die Geschichte aber trotzdem nicht z├╝ndet. Trotz Not und Trag├Âdien, Sympathie tragender Kinder und einem durchdachten Protagonisten blieb mir die Geschichte insgesamt zu glatt, viele Spannungsstellen zu konstruiert und zu leicht durchschaubar. Das gro├če Plus des Romans war f├╝r mich jedoch die beschriebene Zeit und Problematik. Erhebliche Schwierigkeiten hatte ich bei der historischen Einordnung. Ich hatte den Klappentest irgendwann mal gelesen, normalerweise kann ich anhand der Geschehnisse ganz gut Einordnen, wann ich mich ungef├Ąhr befinde, ohne dass es andauernd gesagt wird. Hier ging das jedoch nicht. Als die Geschichte begann, h├Ątte ich aufgrund der M├Ânche und anderer Dinge auf Hochmittelalter getippt und war v├Âllig irritiert durch das Auftauchen von ├ľsterreich und seiner Kaiserin. Auch nach dem Ende der Geschichte beschleichen mich leise Zweifel, ob die Kl├Âster zur beschriebenen Zeit noch so gro├č, verbreitet und quasi in aller Munde waren, aber die Neuzeit ist nicht mein Fachgebiet. Leider tauchten noch mehr solche Zweifel an verschiedenen Stellen auf und normalerweise ist das ein Zeichen daf├╝r, dass die Protagonisten an sich aus ihrer Zeit fallen. Ja, die Bauern waren teilweise arm, ja es gab gro├če Auswanderungswellen, aber den Baumanns ist au├čer der Tatsache, dass sie ├╝berhaupt selbstst├Ąndig entscheiden konnten, zu gehen, wenig davon anzumerken, dass die gro├čen Bauernkriege bereits Vergangenheit sind.

Ein ganz klares Manko dieses H├Ârbuchs war jedoch die Lesung selbst. Patrick Tillmans liest zwar deutlich und gut betont, aber irgendwie bringt er es fertig, jeden dritten Satz von Kaspar so zu betonen, dass er k├╝nstlich r├╝berkommt. Und das liegt nicht immer nur an den S├Ątzen. So h├Ârt sich Kaspar immer wieder an wie ein Klugschei├čer, so hat ihn die Autorin aber ganz klar gar nicht angelegt. Spannung schl├Ągt sich in der Stimme nur selten nieder, ich glaube sogar, dass die Schw├Ąchen es Romans beim Buch gar nicht so deutlich hervortreten w├╝rden.

Evelyn Barenbr├╝gge: Leeres Versprechen, gelesen von Patrick Tillmanns.
Action-Verlag, Juni 2014.
H├Ârbuch-Download, 12,99 Euro.

Regina Lindemann

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