Madrigal für einen Mörder
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Ein Krimi muss nicht immer mit Erscheinen des Kommissars am Tatort beginnen. Dass es auch anders geht beweisen die Autoren mit ihren Kurzkrimis in diesem Buch.
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Emily Gillmor Murphy: Jetzt und hier und vielleicht für immer
Jetzt bestellen bei amazon.de! Ein weiteres Jahr am College nimmt seinen Lauf und für Tom besteht Grund zur Annahme, dass es genauso beginnen wird, wie das letzte geendet hat. Viel Alkohol, Drogen und Sex mit ständig wechselnden Mädchen. Dafür hat er bereits einen Ruf – zu einer festen Freundin reicht es allerdings nicht. Als ihm Olive über den Weg läuft, ist er von ihr sofort fasziniert. Unter Alkoholeinfluss geht er allerdings mit seinen Kumpels eine Wette ein: Er behauptet, er könne Olive innerhalb von fünf Monaten flachlegen. Gar nicht so einfach, denn die junge Frau erweist sich als überaus flirtresistent und erliegt Toms Charme nicht innerhalb weniger Tage.

Wie es weitergeht, sollte wohl jedem klar sein. Und das ist mitunter ein Problem von „Jetzt und hier und vielleicht für immer“. Alle Wege der Haupthandlung sind bereits nach den ersten drei Kapiteln vorgezeichnet. Was das Buch aber doch zumindest sehr nett zu lesen macht, ist die leichtgängige Sprache und die Nebenhandlungen. Da wäre etwa Olive, deren Bruder an Schizophrenie leidet. Er lebt noch zu Hause bei den Eltern, kommt allerdings mit Olives Auszug auf ein weit entferntes College nicht recht klar. Oder Olives Zimmergenossin Beth, die von Droh-Emails terrorisiert und von ehemaligen Mitschülerinnen schikaniert wird. In diesen Nebenhandlungen glänzt der Roman wie ein kleines Juwel und beweist, dass Emily Gillmor Murphy durchaus Talent hat. Aber aus der eigentlichen Geschichte lässt sich wenig machen.

Die beiden wichtigsten Figuren bleiben in ihren Handlungsweisen sehr stereotyp, obwohl sie das nicht bräuchten. Sie haben beide durchaus Potenzial, denn auch in Toms Elternhaus ist alles keineswegs toll. Er lebt mit seiner Mutter zusammen, der Vater hat eine neue Familie und weiteres Kind mit der neuen Frau. Tom flüchtet, wann es geht, aus der gemeinsamen Wohnung mit der Mutter. Oft übernachtet er bei Freunden, manchmal bei Mädels, die er in einer Bar aufgerissen hat. Alles nur, um sich nicht mit seiner Mutter auseinanderzusetzen. In diesem Roman steckt eine Menge, da er sich aber im Wesentlichen auf die Story mit der Wette, dem Flachlegen und Ringen um ein erstes Date beschränkt, versagt er dann doch. Aber die Autorin wird sicher noch von sich hören lassen und ich wäre jederzeit bereit, einen neuen Roman von ihr zu lesen!

„Jetzt und hier und vielleicht für immer“ bleibt deutlich hinter seinen Möglichkeiten zurück. Hinter der Fassade der Hauptgeschichte lassen sich aber interessante Nebenhandlungen und eine talentierte Autorin entdecken!

Emily Gillmor Murphy: Jetzt und hier und vielleicht für immer.
Knaur, April 2014.
368 Seiten, Taschenbuch, 14,99 Euro.

Janine Gimbel

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