Madrigal für einen Mörder
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Ein Krimi muss nicht immer mit Erscheinen des Kommissars am Tatort beginnen. Dass es auch anders geht beweisen die Autoren mit ihren Kurzkrimis in diesem Buch.
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Gunnar Cynybulk: Das halbe Haus
Jetzt bestellen bei amazon.de! Gunnar Cynybulks Roman „Das halbe Haus“ ist eine teilweise biografische Geschichte, die in beiden Teilen Deutschlands spielt. Eine Familie, getrennt durch die deutsche Teilung nach dem Zweiten Weltkrieg, wird über viele Jahre begleitet.
Wenn der Verlag ankündigt, die Handlung spiele „zu Zeiten der ehemaligen DDR“, werden viele Leser so wie ich kurz aufhorchen, denn dass die DDR jemals die „ehemalige“ sein würde, war für viele nach dem Krieg geborenen Menschen keine reale Vorstellung.
Aber alle sind wir mit den Geschichten von „denen da drüben“, mit Erzählungen über Verwandte, die man niemals kennen lernen würde und einige Wenige auch mit kurzen Besuchen von hüben nach drüben, von der jeweils bekannten, vertrauten, „normalen“ Welt in die andere, fremde Welt aufgewachsen. Egal, auf welcher Seite der Mauer.
So werden einigen Lesern die kleinbürgerliche Welt, Liedtexte, typische Wortschöpfungen der Zeit („West-Filzer“)aus den beiden Teilen Deutschlands vertraut oder völlig neu erscheinen, und es ist angenehm, dass im Erzählfluss des Romans nichts erklärt wird und die eine oder andere Begebenheit, das ein oder andere Wort aus dem Zusammenhang heraus erspürt und verstanden werden kann.
Der Familienroman begleitet drei Generationen von 1981 bis 1984, ich will hier die Hauptfiguren Frank, seinen Sohn Jakob und die Oma Polina herausgreifen.
Jakob, Jahrgang 1969, trainiert 1981 im Sportkader und träumt vom Olympiasieg. Seine Erfolge im Hier und Jetzt sind ihm wichtig. Dass er nicht aufgrund seiner Leistung bewertet, sondern aufgrund der politischen Aktivität des Vaters aussortiert und ausgegrenzt wird, lässt ihn auf den Vater, nicht auf den Trainer wütend werden. Das System interessiert ihn weniger als sein Leben in der einzigen Welt, die er kennt.
Sein Vater Frank, ein in der DDR wichtiger Ingenieur, lebt in der Zukunft, sein Ziel ist das Paradies: Der Westen. Er weiß, dass ein Leben im Westen für ihn und den Sohn das Beste ist – und daher ist ihm der wiederholt gestellte und abgelehnte Ausreiseantrag jede Sanktion wert.
Oma Polina reist als Rentnerin in den Westen und lebt fortan in Bayern, sie fühlt sich fremd und schaut unglücklich durch die neuerworbenen, hochwertigen West-Gardinen.
Das halbe Haus, in dem Jakob und sein Vater wohnen, ist deshalb ein halbes, weil ein Teil der Familie tot oder im Westen ist, es steht für das geteilte Deutschland, von dem beide Teile für sich kein Ganzes sind.
Die Sprache, in der Gunnar Cynybulk erzählt, gefällt mir außerordentlich gut, sie ist auf undramatische Art ergreifend. Eindringlich und authentisch wird aus unterschiedlichen Perspektiven erzählt, eingestreut sind (nicht zu viele) Stasi-Akten über die Familie, die in der ihnen eigenen menschenfeindlichen Amtssprache immer wieder die Bedeutung von Franks Wunsch verdeutlichen. Ja, er hat guten Grund, das Land zu verlassen, der Leser schlägt sich zeitweise auf seine Seite. Allerdings wird diese Verbundenheit auf eine harte Probe gestellt, wenn Jakob sich nach Normalität sehnt, nach Freundschaft, Erfolg, nach all dem, was durch seine Loyalität zum Vater unmöglich gemacht wird. Jakob muss der Vater selbstgerecht erscheinen, der für seinen Traum, die Sache, die Zukunft, alles opfert, denn für den Sohn zählt das Jetzt. Und der Traum des Vaters steht seinem Wunsch nach einem normalen Leben im Weg.

Gunnar Cynybulk: Das halbe Haus.
Dumont, März 2014.
576 Seiten, Gebundene Ausgabe, 22,99 Euro.

Corinna Griesbach

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