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Die Fantasy haben wir in dieser von Alisha Bionda und Michael Borlik herausgegebenen Anthologie beim Wort genommen. Vor allem fantasievoll sind die Geschichten.
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Alan Dean Foster: Der grĂŒne Tod
Jetzt bestellen bei amazon.de! Flinx, unser Held, ist das Ergebnis eines illegalen Genexperiments. Als Waise auf den Straßen seiner Heimatwelt aufgewachsen, hat seine sporadisch auftretende Gabe, GefĂŒhle anderer Menschen wahrzunehmen, ihm bislang das Überleben ermöglicht.

Mittlerweile ist Flinx zwanzig Jahre alt, und aufgrund der GroßzĂŒgigkeit seiner Alien-Freunde Besitzer einer technisch modifizierten Raumyacht. Auf der Suche nach Ruhe und Frieden besucht er einen an der Grenze des Homanx-Reiches gelegenen, scheinbar paradiesischen Planeten. Dumm, dass er wĂ€hrend eines Restaurantsbesuches mit einem der örtlichen Tunichtgute aneinander gerĂ€t. Als dieser Flinx symbiotischen GefĂ€hrten, die Flugschlange Pip entdeckt, will er diese fĂŒr seinen privaten Zoo haben, komme was wolle. Und Coerlis ist gewohnt zu bekommen, was er will. Als seine finanzielle Offerte ausgeschlagen wird, macht er sich, begleitet von seinen LeibwĂ€chtern auf, Flinx mit Gewalt von Pip zu trennen. Flinx flieht vom Planeten ins Unbekannte, und strandet auf einer Welt, die in den offiziellen Verzeichnissen des Commonwealth nicht aufgefĂŒhrt ist.

Kaum auf einem den Planeten einschließenden gigantischen Urwald ĂŒberragenden Berggipfel gelandet, wird Flinx auch bereits von einem riesigen schwebenden Wesen angegriffen. Dennoch macht er sich auf, die Welt und ihre Geheimnisse zu erforschen. Zum ersten Mal seit Jahren plagen ihn keine grĂ€sslichen Kopfschmerzen als er in die Stockwerke des Urwalds eindringt. Bald schon merkt er, dass jeder Schritt ins immerwĂ€hrende GrĂŒn mit tödlichen Gefahren verbunden ist. Sein Überleben hat er dem Treffen mit drei im Urwald heimischen Menschen und ihren Furcots, einer intelligenten heimischen Spezies, die mit den Menschen eine lebenslange Symbiose eingeht, zu verdanken. Verfolgt von Coerlis und einem Eingreiftrupp der reptiloiden Aann beginnt eine Jagd, in der nicht etwa die hochgezĂŒchteten Waffen seiner HĂ€scher, sondern die Natur die tödlichsten Gefahren fĂŒr alle Beteiligten bereit hĂ€lt...

Des einen Leid, des anderen Freud, so könnte man dieses Buch ĂŒberschreiben. Nachdem der Heyne Verlag vor Jahren aus nicht nachvollziehbaren GrĂŒnden einen Teil der ehemaligen Hausautoren - unter ihnen Grössen wie Jack Vance, Julian May oder eben auch Alan Dean Foster - ausgesondert hat, nutze Bastei-LĂŒbbe die Gunst der Stunde und sicherte sich die Rechte an den BĂŒchern der Bestseller-Autoren.

Nach einigen Jahren, in denen Fosters neuere Werke aufgelegt wurden, entsann man sich nun, endlich bin ich geneigt zu sagen, seiner bei uns noch unveröffentlichten Pip- und Flinx-Werke.
Man kann die Romane Fosters grob in zwei Kategorien unterteilen. Zum Einen sind da die langweilig, ja schwĂŒlstig daherkommenden Titel, hier sind insbesondere die vielen FilmbĂŒcher zu nennen, und auf der anderen Seite Werke, die mit faszinierend fremden Welten, mit sorgfĂ€ltig und ĂŒberzeugend konstruierten Mensch-Alien Gesellschaften und einer ĂŒberaus spannenden Handlung in einer exotischen Umgebung aufwarten.
Unter letzteren, die in aller Regel dem Homanx-Zyklus zuzurechnen sind, nahmen die Flinx-Titel immer eine besondere Stellung ein. Mittlerweile hat Foster sich mit Flinx ein wenig selbst ausmanövriert. Einen Helden mit einer besonderen Gabe auszustatten, die es diesem ermöglicht, seine Gegner zu besiegen ist ein gĂ€ngiges Handlungsmuster. Allerdings steht der Autor bei Fortsetzungen unweigerlich vor einem Dilemma. Entweder muss er den neuen Antagonisten immer neue, grĂ¶ĂŸere KrĂ€fte andichten, um seinen Protagonisten sich weiter entwickeln zu lassen, oder er muss eben jene Entwicklung seines Helden stagnieren lassen.

Foster hat sich, zunĂ€chst zumindest fĂŒr Letzteres entschlossen. Zwar taucht am Rande des Buches eine noch diffuse Gefahr fĂŒr alles Leben im Commonwealth auf, das Böse selbst reckt sein Haupt, und Flinx ist eines der drei Elemente, die allein dieses Böse zu bekĂ€mpfen vermögen, doch vorliegend konzentriert er sich ganz auf seine actionbetonte Handlung in einer wahrhaft exotisches Ökosystem. Hier wuchert er mit der Beschreibung eines Planeten, den er bereits in seinem Roman »Die denkenden WĂ€lder« dem Leser vorgestellt hatte. Auf jedem Schritt bedrohen ĂŒberzeugend und faszinierend beschriebene Flora und Fauna die hochtechnisierten Eindringlinge. WĂ€hrend Flinx mit dem schieren Überleben beschĂ€ftigt ist, seine Gegner vom Urwald reihenweise niedergemacht werden, bleibt allerdings leider kaum Raum fĂŒr eine Weiterentwicklung des Charakters.
Trotzdem, der Roman liest sich ĂŒberaus spannend, auf jeder Seite erwarten den Rezipienten wundersame Geschöpfe, mannigfaltige Gefahren und das Bild einer alles beherrschenden Natur, das sich so wohltuend von den sonstigen Beschreibungen hochtechnisierter Zukunftsvisionen unterscheidet.

Alan Dean Foster: Der grĂŒne Tod.
Bastei-LĂŒbbe, Februar 2008.
414 Seiten, Taschenbuch, Euro 8,95 Euro.

Carsten Kuhr

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