Honigfalter
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Hannah Kent: Das Seelenhaus
Jetzt bestellen bei amazon.de! Island, 1828: Agnes MagnĂșsdĂłttir ist zum Tode verurteilt. Sie steht unter dem Verdacht, ihren Herren Natan Ketilsson gemeinsam mit dessen anderer Magd und ihrem Verlobten umgebracht zu haben. Bis zur Vollstreckung der Strafe muss sie auf den Höfen im Umkreis untergebracht werden und braucht außerdem den Beistand eines Pfarrers. Als es mit ihrer Unterbringung erneut Probleme gibt, landet sie auf dem KornsĂĄhof bei einer kleinen Bauernfamilie, die ihr zum grĂ¶ĂŸten Teil sehr feindlich gegenĂŒbersteht. Doch die Mutter Margret erkennt nach und nach, dass mehr hinter dieser Geschichte stecken könnte, als auf den ersten Blick offensichtlich wird.

Hannah Kents Geschichte ist keine leichte Kost. Jahrelang hat sie vor Ort zu dem Schicksal von Agnes recherchiert und packt ihre Ergebnisse nun in einen Roman, der nicht immer spannend ist, aber absolut lesenswert. Ja, vor allem zu Beginn, etwa im ersten Drittel des Romans, passiert nicht wirklich viel. Agnes bekommt die Feindschaft der Familienmitglieder zu spĂŒren, aber auch das Interesse einer der Töchter, die von Anfang an nicht recht an Agnes Schuld und ihre angeblich verdorbene Art glauben will. Als Leserin oder Leser ist man ebenfalls zwiegespalten, vor allem weil man immer wieder Einblicke in Agnes‘ eigenes Erleben erhĂ€lt und sich mit ihr auseinandersetzen muss.

Schon frĂŒh wurde Agnes von ihrer Mutter verlassen und musste sich allein durchschlagen. Sie ist RĂŒckschlĂ€ge gewöhnt und eine selbststĂ€ndige Frau. Sie weiß, was es heißt, ums eigene Überleben zu fĂŒrchten und kĂ€mpfen zu mĂŒssen. Dienen ist sie gewohnt, ist dabei aber auch sehr schlau und kann gut kombinieren. Sie macht sich bezĂŒglich ihres Schicksals nichts vor. Sie wird das Todesurteil fĂŒr sich annehmen mĂŒssen. Und doch spĂŒrt man einen winzigen Funken Hoffnung in ihr, dass das Unheil an ihr vorĂŒbergeht und sie vielleicht gar nicht an den Morden beteiligt war. Und dieser Funke bestimmt die zweite HĂ€lfte des Romans, die sich zunehmend fesselnd entwickelt und zeigt, was die Autorin wirklich kann.

Nach schwierigem Start ein Ă€ußerst lesenswertes Buch!

Hannah Kent: Das Seelenhaus.
Droemer, August 2014.
384 Seiten, Gebundene Ausgabe, 19,99 Euro.

Janine Gimbel

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