Der Cousin im Souterrain
Der Cousin im Souterrain
Der nach "Dingerchen und andere bittere Köstlichkeiten" zweite Streich der Dortmunder Autorinnengruppe "Undpunkt".
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Zoran Drvenkar: Still
Jetzt bestellen bei amazon.de! Er nennt sich Mike Stellar. Er sucht den Kontakt zu P√§dophilen, von denen er glaubt, dass sie weit genug gehen, um M√§dchen zu entf√ľhren und verschwinden zu lassen. Er hat ein Ziel: Er m√∂chte seine Tochter finden und sei es als Leiche. Denn es gibt ein M√§dchen, dass ihnen entkommen ist. Sie sitzt in einer Anstalt und spricht kein Wort aber sie soll sein Schl√ľssel sein.

Zoran Dvenkar erz√§hlt seinen Thriller aus der Sicht von Mike Stellar. F√ľr Mike gibt es "Ich", "Du", und "Sie", "Sie" sind die Gruppe, in die er versucht sich einzuschleusen, "Du" ist das M√§dchen, das entkommen konnte. Das ergibt eine ebenso ungew√∂hnliche wie interessante Erz√§hlperspektive, denn obwohl die Sichtweise immer nur Mikes ist, bekommt der Leser doch drei Perspektiven vorgesetzt. Das ist sehr geschickt gemacht, denn dadurch bekommt Mike mehr Dimensionen. Man hat den Eindruck, er versucht wirklich, sich in die T√§tergruppe hineinzudenken und das macht ihn vielschichtiger als er es, als ein vom blo√üen Rachegedanken getriebener Vater w√§re.

Die Spannung des Romans ist geschickt aufgebaut, man glaubt als Leser sehr lange, dass man begriffen hat, worum es geht, aber Zoran Dvenkar w√§re nicht Zoran Dvenkar, wenn sein Roman so eindimensional w√§re. Denn nach und nach bl√§ttert er die Geschichte hinter der Geschichte auf, und sobald das erste R√§tsel gelegt ist, kann man das Buch nicht mehr aus der Hand legen. Dann f√§ngt es allerdings an, wirklich brutal zu werden, wobei die Sprache sauber genug gewebt ist, dass die Brutalit√§t nicht als blo√üer Slash und Effekthascherei eingesetzt wird, sondern f√ľr den Fortgang der Handlung und f√ľr das Verstehen des Vorgehens essenziell erscheint.


Fazit: Spannender Thriller, sehr gut aufgebaut, nichts f√ľr zarte Gem√ľter

Zoran Drvenkar: Still .
Eder & Bach, September 2014.
416 Seiten, Taschenbuch, 16,95 Euro.

Regina Lindemann

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